Mittelständler im Aufwind: Fidelity setzt auf Wachstumschancen trotz Handelsspannungen
Die Finanzmärkte scheinen den Höhepunkt der Tarifandrohungen unter Donald Trump überwunden zu haben, wodurch sich insbesondere mittelgroße Unternehmen als attraktive Investition erweisen. Dies erläutert George Efstathopoulos, Fondsmanager bei Fidelity International.
Japanische, deutsche und chinesische Midcap-Aktien machen derzeit etwa 11 % von Fidelitys Wachstums- und Einkommensfonds aus, was diese zu einer der überzeugendsten Strategien im Portfolio macht. Noch vor 18 Monaten war die Exponierung gegenüber diesen Aktien sehr begrenzt.
Efstathopoulos sieht das Schlimmste des Schocks durch den 2. April, der als 'Befreiungstag' bezeichnet wird, hinter sich – ein historischer Tag, an dem die US-Zollankündigung zu einem globalen Börsenabsturz führte. Trotz der bevorstehenden Entscheidung über die Beendigung des 90-tägigen Zoll-Lockdowns am 8. Juli, bei der neue Zölle eingeführt werden könnten, bleibt Fidelity optimistisch.
Auch die Spannungen im Nahen Osten könnten die Märkte testen, da Trump innerhalb von zwei Wochen über einen möglichen Schlag gegen Iran entscheidet, während sich der Konflikt mit Israel zuspitzt. Efstathopoulos' Investitionsentscheidungen zahlen sich bisher aus.
Der MSCI Japan Mid Cap Index stieg seit dem 2. April um über 4 %, während der DAX Midcap-Index in Deutschland fast 6 % zulegte und eine ähnliche chinesische Aktienindex um etwa 0,5 % kletterte. Bereits seit dem zweiten Halbjahr des letzten Jahres gab es Investitionen in japanische und chinesische Aktien, während deutsche Midcaps im März, kurz nach der Ankündigung eines historischen Konjunkturpakets, aufgenommen wurden.
Im Kontext weltweiter Handelsstörungen und Globalisierungsunterbrechungen betont Efstathopoulos die Bedeutung der Konzentration auf den inländischen Umsatz. Deutsche Aktien profitieren von einer historischen Verschiebung hin zu mehr fiskalischen Ausgaben und einer gestiegenen inländischen Nachfrage.
Japanische mittelständische Unternehmen erleben aufgrund steigender Inlandsnachfrage und 'guter Inflation' einen wirtschaftlichen Wandel. Fidelity setzt auf chinesische Unternehmen, da weiteres fiskalpolitisches Eingreifen erwartet wird und das Risiko von Verlusten aufgrund staatlich unterstützter Investoren begrenzt bleibt.
Efstathopoulos verwaltet Fidelitys globalen Multi-Asset-Wachstums- und Einkommensfonds, der in den letzten fünf Jahren bis Mai eine kumulative Rendite von 11 % erzielte.

