Milliardenunterstützung der Bundesregierung soll Strom- und Gaspreise entlasten

Die Bundesregierung plant ab Januar durch milliardenschwere Zuschüsse die Bürgerinnen und Bürger bei den Strom- und Gaskosten zu entlasten. Maßgeblich soll die Absenkung der Netzentgelte beim Strom und die Abschaffung der Gasspeicherumlage für Gas dazu beitragen. Diese Maßnahmen haben das Potenzial, die durchschnittlichen Strom- und Gaspreise für die Haushalte im kommenden Jahr leicht zu senken, sofern die Energieversorger diese Preissenkungen an ihre Kunden weitergeben.
Ein zentraler Bestandteil dieser Maßnahme ist ein 6,5 Milliarden Euro schwerer Bundeszuschuss zur Reduzierung der Übertragungsnetzkosten. Da die Netzentgelte rund ein Viertel der Stromrechnung ausmachen, könnte dies eine merkliche Entlastung für Haushalte bedeuten. Kerstin Andreae vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft erklärte, dass der Zuschuss die Kosten senkt, die von den Verteilnetzbetreibern erhoben werden, und daher grundsätzlich die Stromrechnung der Endverbraucher entlastet. Jedoch wird betont, dass diese Entlastungen nicht automatisch an die Endverbraucher weitergegeben werden und die Energieversorger erst Preissenkungen ankündigen müssen.
Die Reduzierung der Netzentgelte fällt regional unterschiedlich aus. Zum Beispiel wurden für die Stadtstaaten Berlin und Hamburg deutliche Einsparungen angekündigt. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sind ebenfalls deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Andererseits könnten die Investitionskosten für den Ausbau der Energienetze die Entlastungen teilweise auffressen, besonders in Gebieten mit großem Investitionsbedarf.
Im Gasbereich entlastet der Wegfall der Gasspeicherumlage die Verbraucher nur bedingt, da die Entlastung im Kontext der gestiegenen Gasnetzentgelte nahezu ausgeglichen wird. Dennoch haben einige regionale Grundversorger Preissenkungen angekündigt. Auch im Bereich der Elektromobilität könnten die Senkungen der Stromnetzgebühren für niedrigere Ladestromtarife sorgen, insbesondere bei der heimischen Nutzung eines Autostromtarifs. Ob und wie diese Einsparungen an die Nutzer von öffentlichen Ladesäulen weitergegeben werden, bleibt abzuwarten.

