Milliardenstreit zwischen Idealo und Google vor Berliner Gericht
Die Auseinandersetzung zwischen dem deutschen Preisvergleichsportal Idealo und dem US-Internetgiganten Google erreicht neue Dimensionen. Idealo fordert nun 3,3 Milliarden Euro Schadensersatz von Google, da das Unternehmen seine marktbeherrschende Position als Suchmaschine über Jahre hinweg missbraucht habe, indem es eigene Angebote gegenüber Wettbewerbern wie Idealo bevorzugt habe. Die Verhandlungen hierzu haben kürzlich vor dem Landgericht Berlin begonnen.
Im Zentrum des Konflikts steht Google Shopping, der Preisvergleichsdienst des Tech-Giganten. Bereits 2017 hatte die EU-Kommission Google eine Wettbewerbsstrafe von 2,4 Milliarden Euro auferlegt, die im September 2024 durch den Europäischen Gerichtshof bestätigt wurde. Google wird beschuldigt, die Suchergebnisse seiner eigenen Dienste auf der Seite für allgemeine Suchergebnisse bevorzugt dargestellt zu haben, was dazu führte, dass Konkurrenten lediglich als blaue Links weit unten erschienen.
Idealo hatte seine Klage ursprünglich im Jahr 2019 eingereicht und forderte damals eine halbe Milliarde Euro. Nachdem der Rechtsstreit zwischen der EU-Kommission und Google beigelegt worden war, erhöhte das Portal seine Forderung im Februar auf insgesamt 3,3 Milliarden Euro, inklusive Zinsen.
Google weist die Vorwürfe entschieden zurück und betont, dass nach der Entscheidung der EU-Kommission im Jahr 2017 umfassende Änderungen an Google Shopping vorgenommen wurden. Google verweist darauf, dass mittlerweile etwa 1.550 Vergleichsseiten in Europa das System nutzen, während es zuvor nur sieben waren. Idealo-Mitgünder Albrecht von Sonntag ist jedoch überzeugt, dass die Anpassungen seitens Google nur kosmetischer Natur waren und die rechtswidrigen Kartellvorteile weiterhin bestehen. Nun wartet man gespannt auf die Entscheidung des Berliner Landgerichts.

