Michael Saylor erklärt, warum On-Chain Proof-of-Reserves eine schlechte Idee sind
Michael Saylor, der Vorsitzende von Strategy, hat gewarnt, dass On-Chain Proof-of-Reserves künstlich-intelligenzbezogene Sicherheitsangriffe verursachen könnten.
Bei einer Podiumsdiskussion am Rande der Bitcoin 2025-Konferenz sagte Saylor, dass diese Praxis eine „schlechte Idee“ sei.
Sicherheitsrisiken und unvollständige Transparenz
Auf die Frage, warum immer mehr Institutionen die Transparenzmaßnahme übernehmen, zeigte sich Saylor ablehnend.
“It actually dilutes the security of the issuer, the custodians, the exchanges and the investors. It's not a good idea, it's a bad idea,” he argued.
Der 60-Jährige räumte ein, dass die Branche aus den Fehlschlägen von FTX und Mt. Gox lernen muss. Er bemerkte jedoch, dass Proof-of-Reserves nicht der richtige Weg für Unternehmen sei.
Er betonte, dass kein Sicherheitsexperte auf Unternehmensebene empfehlen würde, alle Wallet-Adressen offenzulegen, was Teil des Prozesses ist. Er ergänzte, dass, wenn eine KI gebeten werden würde, die langfristigen Risiken der Offenlegung von Wallet-Strukturen zu bewerten, sie 50 Seiten mit potenziellen Bedrohungen generieren würde.
Der Bitcoin-Enthusiast betonte, dass Transparenz zwar wichtig ist, Proof-of-Reserves jedoch nur zeigt, was ein Unternehmen besitzt und nicht, was es schuldet, wodurch es ein unvollständiges Maß für die finanzielle Gesundheit ist. Er schlug vor, dass Institutionen anstelle des Mechanismus auf umfassendere Lösungen zur Verantwortlichkeit setzen sollten, um ein klareres Bild ihrer finanziellen Stabilität zu bieten.
Würde Strategy Proof-of-Reserves verwenden?
Als Mitchell Askew, der leitende Analyst von Blockware Solutions, Saylor fragte, ob Strategy in Betracht ziehen würde, die Verifizierungsmethode zu verwenden, wich der Vorsitzende einer direkten Antwort aus.
Proof-of-Reserves gewann an Popularität nach dem Zusammenbruch von Kryptobörsen wie FTX und Mt. Gox, die Investoren unsicher über die Deckung von Verbindlichkeiten durch Vermögenswerte der Börsen zurückließen.
Die Offenlegungen sollen zeigen, dass Institutionen genügend digitale Vermögenswerte halten, um Kundeneinlagen abzusichern. Sie werden auch von Entitäten wie krypto-gebundenen Exchange-Traded Funds verwendet, um die Vermögensdeckung zu bestätigen. Viele Kryptobörsen wie Binance, Kraken und Bitwise haben sie als Mittel zur Demonstration ihrer Solvenz angenommen.
Das Interview folgt auf die kürzlich erfolgte Ankündigung von Strategy, dass es weitere 4.020 BTC für fast $430 Millionen erworben hat. Das Unternehmen besitzt inzwischen 580.250 BTC und hat im Jahr 2025 eine BTC-Rendite von 16,8 % erzielt, was es zum größten Unternehmensinhaber der Flaggschiff-Kryptowährung macht.
Trotzdem zeigt Google Finance, dass die Aktien des Geschäftsanalytikunternehmens am 26. Mai bei 369,51 $ schlossen, ein Rückgang von 7,50 % in den letzten 24 Stunden.

