MGCS: Milliardenprojekt für europäische Verteidigungsinnovation erhält grünes Licht
Das Bundeskartellamt hat das milliardenschwere MGCS-Projekt freigegeben, bei dem deutsche und französische Unternehmen gemeinsam ein zukunftsweisendes Landkampfsystem entwickeln. In dem von Bonn aus geleiteten Zusammenschluss arbeiten KNDS Deutschland, KNDS France, Rheinmetall Landsysteme und Thales SIX an einem System, das bestehende Kampfpanzer technologisch revolutionieren soll.
Die Kartellbehörde sieht keine wettbewerbsrechtlichen Hindernisse, da die Unternehmen sich ergänzen und im globalen Rüstungsmarkt starken Mitbewerbern gegenüberstehen. Das Gemeinschaftsunternehmen wird in Deutschland ansässig sein und primär die Regierungen Deutschlands und Frankreichs beliefern.
Ziel des Projekts ist die Realisierung eines technologischen Sprungs: Das "Main Ground Combat System" (MGCS) soll Kampfpanzer mit modernen Datennetzwerken und unbemannten Systemen integrieren. Als Ersatz für die bisherigen Leopard- und Leclerc-Panzer ist es für die 2030er Jahre geplant und wird auf ein Volumen von 100 Milliarden Euro geschätzt.
Trotz der Absicht zur Zusammenarbeit gibt es nach wie vor Konkurrenz innerhalb der Beteiligten. Rheinmetall verfolgt mit dem Panther KF51 ein eigenes Panzerprojekt und hat mit Leonardo, einem italienischen Rüstungsunternehmen, ein Joint-Venture gegründet.

