Investmentweek

Mercedes kämpft in China mit Steuern, Konkurrenz und schwindendem Glanz

22. Juli 2025, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Die neuen Luxussteuern in China belasten Mercedes und andere deutsche Premiumhersteller. Angesichts sinkender Verkaufszahlen und starker Konkurrenz ist die Lage angespannt.

Neue Steuer, altes Problem

Ab sofort gilt in China: Wer ein Auto kauft, das mehr als umgerechnet 108.000 Euro kostet, zahlt zehn Prozent Luxussteuer. Die Schwelle lag bisher bei rund 156.000 Euro – eine abrupte Senkung, die direkt ins mittlere Luxussegment zielt.

Besonders deutsche Hersteller wie Mercedes, Porsche oder BMW trifft die Maßnahme mit voller Wucht. Denn gerade sie dominieren dieses Preissegment – und verlieren dort seit Monaten an Boden.

Mercedes besonders betroffen

Allein Mercedes verkaufte im ersten Halbjahr 2025 rund 16.000 Fahrzeuge in diesem Segment – das entspricht einem Marktanteil von 48 Prozent. Mit der Steuerreform gerät dieses Volumen erneut unter Druck.

Besonders bitter: Die neue Abgabe trifft nicht nur Verbrenner, sondern erstmals auch teure E-Autos und Brennstoffzellenmodelle – also ausgerechnet das Segment, in dem Mercedes seine Zukunft sieht.

Und die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Der Absatz von Luxusfahrzeugen ab 1 Million Yuan ist in China im ersten Halbjahr 2025 um fast 50 Prozent eingebrochen. Schon 2024 waren die Verkäufe um 34 Prozent gefallen. Ein struktureller Einbruch – keine konjunkturelle Delle.

Chinas Botschaft: Kauft chinesisch, nicht teuer

Hinter der Maßnahme steht mehr als bloße Steuerpolitik. Peking will offenbar ein Signal senden: Unterstützt werden sollen heimische Hersteller im Premiumsegment.

Chinas Luxusautomarkt ist im ersten Halbjahr 2025 um fast 50 % eingebrochen – betroffen sind vor allem deutsche Premiumhersteller mit importierten Modellen.

Fahrzeuge wie der Nio ET9, der Zeekr 009 Grand oder das Huawei-Modell Maextro S800 liegen gezielt knapp unter der neuen Steuergrenze – und zielen direkt auf Käufer von importierten Luxusmarken. Das Kalkül: Chinesische Kunden sollen zur einheimischen Alternative greifen, nicht zum Mercedes mit zehn Prozent Aufschlag.

Mercedes und Co. trifft damit nicht nur die Steuer – sondern eine politisch gewollte Neujustierung des Marktes.

Bittere Realität für deutsche Hersteller

Die deutsche Oberklasse steht mit dem Rücken zur Wand: Im Jahr 2024 sanken die Verkäufe der teuersten Limousinen und SUVs von Mercedes, BMW und Audi in China bereits um fast ein Viertel.

Im laufenden Jahr setzen sich die Verluste fort: Im ersten Halbjahr 2025 gingen die Verkaufszahlen erneut um mehr als zehn Prozent zurück – besonders bei importierten Oberklassemodellen.

Hinzu kommt: Diese Modelle unterliegen ohnehin schon einem Einfuhrzoll von 15 Prozent und einer gestaffelten Verbrauchsteuer von bis zu 40 Prozent. Der neue Aufschlag trifft ein bereits hochbesteuertes Segment – und drückt die Margen weiter in den Keller.

Ola Källenius auf Rückzug

Mercedes-Chef Ola Källenius gab sich bereits im Frühjahr vorsichtig: Kampfpreise will er nicht mitgehen. Auf der Automesse in Shanghai betonte er, Mercedes wolle nicht „sprunghaft und hemmungslos Marktanteile kaufen“.

Stattdessen setze man auf Markenstärke und stabile Restwerte – ein nobler Ansatz, der angesichts fallender Verkaufszahlen aber zunehmend fragil wirkt.

Die Realität: Konkurrenzmodelle wie der Xiaomi SU7, der dem Porsche Taycan ähnelt, aber weniger als die Hälfte kostet, rollen den Premiumsektor von unten auf. Viele dieser Modelle sind zwar nicht profitabel – aber politisch gewollt.

Und was ist mit der Zielgruppe?

Ein häufiges Gegenargument lautet: Wer sich ein Auto für 120.000 Euro leisten kann, schreckt vor zehn Prozent Steueraufschlag nicht zurück. Klingt logisch – ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn im schwächelnden chinesischen Mittelstand wächst die Kaufzurückhaltung.

Chinas Wirtschaft kühlt ab, der Immobilienmarkt wackelt, die Konsumlaune bleibt gedämpft. Der Druck wächst auch auf gut situierte Haushalte.

Zudem zeigt sich: Die neue Steuer wird auf den Endpreis berechnet – inklusive Sonderausstattung. Schon kleine Extras können ein Modell über die Grenze katapultieren. Damit wird selbst ein gut konfigurierter E-Klasse-Mercedes schnell zum Steuerfall.

Finanzen / Automobile / Luxussteuer / Mercedes / China
[InvestmentWeek] · 22.07.2025 · 12:00 Uhr
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