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Mercedes greift tief in die Tasche – Millionen für grüne Lacke in Sindelfingen

06. April 2025, 16:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Ein dreistelliger Millionenbetrag fließt in eine neue Lackieranlage am traditionsreichen Mercedes-Standort Sindelfingen. Der Konzern will Produktion und Klimabilanz gleichzeitig modernisieren – und setzt dabei auf Roboter, Recycling und echten Industriestolz.

Zukunft auf 170.000 Quadratmetern

Mercedes-Benz hat mit dem symbolischen ersten Spatenstich ein klares Signal gesetzt: Der Konzern investiert einen hohen dreistelligen Millionenbetrag in den Umbau seines Werks in Sindelfingen – konkret in eine neue, nachhaltige Lackiererei.

Sie entsteht auf dem Gelände einer alten Montagehalle und soll ab 2028 die Produktionslinie für Modelle wie S-Klasse, EQS und E-Klasse deutlich umweltfreundlicher machen.

„Ein klares Bekenntnis zum Standort Deutschland“

So formuliert es Produktionsvorstand Jörg Burzer – und verweist damit nicht nur auf die Technik, sondern auch auf die wirtschaftspolitische Botschaft hinter dem Projekt. Denn während andere Hersteller Werke schließen oder verlagern, investiert Mercedes dort, wo seit über einem Jahrhundert gebaut wird: in Sindelfingen.

110 Jahre Automobilgeschichte schreibt der Standort dieses Jahr – und erhält nun eine Modernisierung, die nicht weniger als ein kompletter Produktionsabschnitt ist.

250 Roboter – halber Energieverbrauch

Die neue Lackieranlage soll ein Vorzeigeprojekt für nachhaltige Automobilproduktion werden. Sie wird auf rund 170.000 Quadratmetern errichtet, ausgestattet mit 250 Robotern und einem vollständig digitalisierten Prozessleitsystem.

Trotzdem – oder gerade deswegen – soll der Energieverbrauch im Vergleich zur bisherigen Anlage um rund 50 Prozent sinken. Mercedes setzt dabei auf grüne Energiequellen statt fossile Brennstoffe.

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Technologischer Sprung statt kosmetischer Korrektur

Die Lackierung gilt als einer der energieintensivsten Schritte in der Fahrzeugproduktion. Mercedes geht diesen Bereich jetzt systematisch an. Besonders der Einsatz intelligenter Trocknungstechnologien, der Rückgewinnung von Lacknebel und automatisierter Dosiersysteme soll Ressourcen schonen. Das Ziel: weniger Emissionen, weniger Ausschuss, mehr Effizienz.

35.000 Mitarbeitende, Standort mit Gewicht

Sindelfingen ist für Mercedes kein Werk unter vielen. Mit rund 35.000 Beschäftigten – davon mehr als 21.000 in der direkten Produktion – zählt der Standort zu den größten und wichtigsten innerhalb des Konzerns.

Neben der Luxus-Ikone S-Klasse werden hier auch die elektrischen EQS-Modelle und der GLC gefertigt. Das Werk fungiert zugleich als Innovationszentrum für die weltweite Produktionsstrategie.

Nicht nur Imagepflege, sondern Industriepolitik

In Zeiten, in denen Investitionsentscheidungen oft an steuerliche Förderbedingungen und geopolitische Stabilität geknüpft sind, wirkt dieses Projekt fast wie ein Anachronismus – und gerade deshalb wie ein Statement.

Mercedes bekennt sich zum Heimatstandort, zu deutschen Arbeitsplätzen und zur Transformation der Industrie im eigenen Land. Nicht über Nacht, aber mit Substanz.

Im Werk werden neben der S-Klasse auch der vollelektrische EQS produziert – die neue Lackieranlage könnte Mercedes helfen, seine CO₂-Ziele trotz wachsender Modellvielfalt besser zu erreichen.

Keine exakte Summe – aber ein hoher Anspruch

Wie viel genau Mercedes die neue Lackieranlage kosten wird, lässt der Konzern offen. Nur so viel: Es handelt sich um einen dreistelligen Millionenbetrag – also mindestens 100 Millionen Euro, eher deutlich mehr.

Und während andere Hersteller Investitionen dieser Größenordnung vor allem in den USA oder China tätigen, geht dieser Betrag in ein Werk in Baden-Württemberg.

Ein Zeichen gegen die Deindustrialisierungsangst

In der deutschen Industrie ist die Nervosität derzeit groß: Hohe Energiepreise, Fachkräftemangel, Bürokratie – viele Unternehmen zögern, neue Projekte im Inland anzustoßen. Mercedes geht nun demonstrativ in die andere Richtung. Das könnte auch politisch Wirkung zeigen – in einem Land, das derzeit um jeden Zukunftsarbeitsplatz ringt.

Ab 2028 soll lackiert werden – emissionsarm und digital

Bis zur Inbetriebnahme der neuen Anlage wird es noch etwas dauern. Die Bauzeit ist auf drei Jahre angesetzt, der Start der Produktion ist für Frühjahr 2028 geplant. Dann soll nicht nur effizienter und nachhaltiger, sondern auch flexibler produziert werden können – mit kürzeren Rüstzeiten, intelligenter Qualitätskontrolle und optimiertem Energieeinsatz.

Finanzen / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 06.04.2025 · 16:00 Uhr
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