Menschenrechtslage im Iran: Besorgniserregende Entwicklung der Proteste
Die anhaltenden Unruhen im Iran fordern einen hohen Tribut: Nach Angaben der in Oslo ansässigen Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) sollen seit Beginn der Proteste Ende Dezember mindestens 3.428 Demonstrierende ihr Leben verloren haben. Die Organisation warnt zudem vor einer weitaus höheren Zahl an Opfern, als bisher bestätigt werden konnte. Besonders beunruhigend ist die Zahl der Verhaftungen, die auf mehr als 10.000 angestiegen ist. Aktivisten äußern tiefe Besorgnis über das Vorgehen der iranischen Justiz und sprechen von drohenden Massenhinrichtungen der Inhaftierten. Mahmood Amiry-Moghaddam, Direktor von IHRNGO, appelliert an die internationale Gemeinschaft, diese Entwicklungen ernst zu nehmen und zieht Parallelen zu ähnlichen Verbrechen in den 1980er-Jahren, die zur Machterhaltung der Islamischen Republik begangen wurden. Zusätzlich berichtet die Organisation von mindestens 121 getöteten Polizisten und Sicherheitskräften während der Auseinandersetzungen, basierend auf Berichten der staatlichen Medien. Die Unabhängigkeit dieser Zahlen bleibt jedoch unbestätigt. Erschwerend kommt hinzu, dass das Internet im Iran bereits seit fast einer Woche blockiert ist, was die Informationsbeschaffung massiv behindert. Seit Dienstag gibt es zumindest eine Teilentwarnung: Die iranische Bevölkerung kann nun wieder internationale Telefongespräche führen.

