Mehrheit der Deutschen unterstützt Kostenübernahme bei Abtreibungen durch Krankenkassen
In einer aktuellen Umfrage von YouGov für die Deutsche Presse-Agentur hat sich eine deutliche Mehrheit der wahlberechtigten Bevölkerung in Deutschland dafür ausgesprochen, dass Krankenkassen ab einem bestimmten Grad die Kosten für Schwangerschaftsabbrüche übernehmen sollten. Insgesamt 58 Prozent der Befragten unterstützen diese Idee, wobei 37 Prozent der Meinung sind, dass die Krankenkassen immer die gesamten Kosten tragen sollten. Weitere 21 Prozent sehen eine teilweise Kostenübernahme als sinnvoll an.
Bemerkenswert sind hierbei die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 61 Prozent der Frauen eine Kostenübernahme begrüßen, sind es bei den Männern 54 Prozent. Etwa 31 Prozent der Befragten halten die derzeitige Regelung, wonach Krankenkassen nur in Ausnahmesituationen wie medizinischen Notfällen oder geringem Einkommen die Kosten übernehmen, für ausreichend. Die Bundesregierung plant eine Ausweitung der Kostenübernahme durch Krankenkassen, wie im schwarz-roten Koalitionsvertrag festgehalten.
Konkrete Maßnahmen wurden bislang nicht vorgestellt. Grundsätzlich sind Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland rechtswidrig, jedoch innerhalb der ersten zwölf Wochen straffrei, sofern eine vorangegangene Beratung erfolgt ist. Diese Beratungspflicht erhält in der Erhebung von 57 Prozent der Befragten Zustimmung.

