Maschinenbau leidet unter US-Zollkonflikten – Hoffnung aus Europa
Der exportstarke deutsche Maschinen- und Anlagenbau sieht sich erneut mit den Auswirkungen der globalen Zollkonflikte konfrontiert. In der ersten Jahreshälfte 2023 wurden Waren im Wert von 98,3 Milliarden Euro exportiert, was einem Rückgang von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Preisbereinigt beträgt das Minus sogar 4,9 Prozent, wie aus den neuesten Zahlen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hervorgeht.
Das zweite Quartal war vor allem von Spannungen im Handelsverhältnis mit den USA geprägt. Wiederholte Zollandrohungen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump und die daraus resultierende Unsicherheit belasteten das Geschäft erheblich. Besonders auffällig war der Rückgang der Exporte in die USA, der mit einem Minus von 9,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet wurde. Johannes Gernhardt, Chef-Volkswirt des VDMA, schätzt, dass auch im dritten Quartal weiterhin negative Auswirkungen des US-Zollkonflikts spürbar sein werden.
Die Suche nach neuen Absatzmärkten gestaltet sich schwierig, dennoch herrscht Hoffnung. In europäischen Märkten verzeichneten die Exporte im ersten Halbjahr einen Rückgang um 3,7 Prozent. „Der jüngste Anstieg der Auftragseingänge aus den europäischen Partnerländern ist jedoch ein positiver Indikator für potenzielles Wachstum in dieser wichtigen Absatzregion“, so Gernhardt weiter. Positiv entwickelten sich Exporte hingegen in südamerikanischen Märkte sowie im Nahen und Mittleren Osten, die den Unternehmen eine willkommene Diversifikation bieten.

