Markus Braun: Ein Comeback in der Visionärsrolle trotz Haftjahre
Markus Braun, der ehemalige Wirecard-CEO, zeigt sich im Schatten seiner aktuellen Untersuchungshaft überraschend optimistisch. In einem Interview mit dem "Stern" erklärte er, dass er von neuem Tatendrang erfüllt sei und sich künftig neuen Herausforderungen widmen wolle. Trotz seines langjährigen Aufenthalts hinter Gittern betonte Braun, dass er plant, bis ins hohe Alter aktiv zu bleiben - eine klare Kampfansage an die Schwierigkeiten, die ihn begleiten.
Bemerkenswert offen äußerte sich Braun im Rahmen des seit Dezember 2022 andauernden Prozesses um den milliardenschweren Wirecard-Skandal. Er bezeichnet den Prozess als eine Farce und bleibt bei seiner Unschuldsbeteuerung, indem er anderen die Schuld zuweist. Insbesondere der verschwundene frühere Vertriebsvorstand, Jan Marsalek, und Mitangeklagter Oliver Bellenhaus stehen in Brauns Fokus als vermeintliche Hauptakteure des Betrugs, während Bellenhaus seinerseits schwere Vorwürfe gegen Braun erhebt.
Trotz der ungewissen Rechtslage und seiner als "absolute Grenzerfahrung" beschriebenen Haft sieht Braun seine Zukunft optimistisch und hält an seinem Ziel eines Freispruchs fest. Die bisherigen Verhandlungen der Richter lassen dies jedoch kaum vermuten, da ein Freispruch aus Sicht der Justiz unwahrscheinlich erscheint. Die Beweisaufnahme ist immer noch nicht abgeschlossen, und mit einem Urteil ist erst im kommenden Jahr zu rechnen.

