Marktunsicherheiten vor Trumps Zollankündigung belasten Aktien
Vor der mit Spannung erwarteten Bekanntgabe neuer Zollmaßnahmen durch US-Präsident Donald Trump ziehen sich Anleger vom deutschen Aktienmarkt zurück. Die kräftige Erholung des Vortages hat an Schwung verloren, da zunehmende Sorgen über drohende Zölle die Märkte belasten. Am Nachmittag weitete der Dax seine Verluste auf 1,64 Prozent aus und fiel auf 22.170 Punkte. Auch der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank um 1,72 Prozent auf 27.216 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 um 1,1 Prozent nachgab.
Die Commerzbank spekuliert, ob die USA pauschale Gegenzölle oder selektive Zollsätze für verschiedene Länder erheben werden. Trump wird die neuen Zölle um 16 Uhr Ortszeit bei einer Veranstaltung im Weißen Haus ankündigen. Börsen-Experten von Index Radar sehen die Gefahr eines Unsicherheitssturms. Ihrer Ansicht nach könnte Trump versuchen, sich maximalen Verhandlungsspielraum zu sichern, indem er hohe Zölle als Verhandlungsmasse einsetzt. Offen bleibt, ob er Gesprächsbereitschaft signalisiert oder den Handelskonflikt verschärfen wird.
Aktien aus der Gesundheitsbranche litten unter dem Verkaufsdruck, da auch Zölle auf Arzneimittel und medizinische Geräte möglich seien. Die Bayer-Aktien gehörten mit Abschlägen von über 4 Prozent zu den Dax-Verlierern. Im MDax traf es Carl Zeiss Meditec mit einem Minus von mehr als 6 Prozent. Der europäische Pharmasektor büßte fast 2 Prozent ein.
Auto1 erlebte nach dem ersten Jahresgewinn 2024 eine rasante Talfahrt und verlor gut 3 Prozent. Auch Continental verzeichnete mit einem Minus von 2,5 Prozent Verluste, im Vorfeld des anstehenden Quartalsberichts. Ein Bußgeld wegen Greenwashing brachte der DWS Kursverluste von 2 Prozent ein.
Die Norma Group rutschte um 6 Prozent ab, nach einer Abstufung durch die Privatbank Quirin. Trotz des schwächeren Markttrends legten Nordex um 3 Prozent zu, unterstützt von Aufträgen aus der Türkei.

