Marktgeschehen unter Warteschleife: Dax ohne eindeutige Richtung
Der deutsche Aktienindex Dax zeigte sich am Donnerstag unentschlossen, während Investoren gespannt auf Fortschritte in den Ukraine-Friedensverhandlungen und geldpolitische Signale vom Treff der Notenbanker in Jackson Hole, Wyoming, warten. Konjunkturdaten aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor in Deutschland und Frankreich blieben ohne Einfluss auf die Börsenkurse.
Am Vormittag verzeichnete der Dax ein leichtes Plus bei 24.293 Punkten, nachdem er Mitte Juli ein Rekordhoch von 24.639 Punkten erreicht hatte. Dennoch bleibt die technische Hürde bei rund 24.500 Punkten bestehen. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, büßte gleichzeitig 0,2 Prozent ein.
Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege beim Broker RoboMarkets, kommentierte, dass das Treffen in Jackson Hole eine entscheidende Rolle für den laufenden Bullenmarkt darstellen könnte. Die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet im September eine Zinssenkung der US-Notenbank. Sollten die ersehnten Hinweise von Fed-Chef Jerome Powell jedoch ausbleiben, könnte dies die Aktienmärkte belasten, warnt Molnar.
Auch der MDax konnte dem Abwärtstrend nicht entkommen und verlor 0,67 Prozent auf 30.673 Punkte. Besonders starke Einbußen mussten die Aktien von CTS Eventim hinnehmen, die nach einem unangenehmen Gewinneinbruch im zweiten Quartal stark fielen.
Im amerikanischen Markt erlebten Technologiewerte ebenfalls weitere Korrekturen, mit einer anschließenden Stabilisierung des Nasdaq 100. Der Verkaufsdruck auf hoch bewertete US-Technologieaktien war im Vorfeld des Notenbanker-Meetings spürbar.
Die Aktien von CTS Eventim erlitten einen dramatischen Rückgang um circa 18 Prozent. Ein Analyst stufte die Ergebnisse des Ticketvermarkters als schwach ein, trotz der Bestätigung der Jahresziele angesichts einer 'herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.'
Beim Spezialverpackungsunternehmen Gerresheimer sorgte der Einstieg eines aktivistischen Investors für einen Kursanstieg um 3,3 Prozent, trotz der schwachen Jahresperformance von minus 36 Prozent.
Redcare Pharmacy stand durch das drohende Wettbewerbsrisiko von dm unter Druck und büßte 3,4 Prozent ein.
Demgegenüber erfreute sich Stratec eines Kursanstiegs von über 5 Prozent, nachdem die Investmentbank Oddo BHF das Unternehmen wegen der starken Prognose für das zweite Halbjahr und einer attraktiven Bewertung auf 'Outperform' hochgestuft hatte.
Rüstungswerte wie Rheinmetall, Hensoldt und Renk bewegten sich aufwärts und verbuchten Kursgewinne von bis zu 3,2 Prozent.

