Marktaufschrei: Trump entfacht neuen Zollstreit mit Europa
Erneut sorgt US-Präsident Donald Trump für Turbulenzen auf den europäischen Aktienmärkten. Seine neu angekündigten Strafzölle gegen mehrere europäische Länder trafen die Märkte am Montag unvorbereitet und senkten die Stimmung erheblich. Der EuroStoxx 50 verzeichnete einen Rückgang von 1,6 Prozent, während auch der britische FTSE 100 und der Schweizer SMI Verluste von 0,5 Prozent bzw. 1,1 Prozent hinnehmen mussten.
Auslöser des plötzlichen Schocks war Trumps Ankündigung, ab Februar Strafzölle von 10 Prozent für ausgewählte europäische Staaten zu erheben, welche ab Juni auf 25 Prozent steigen sollen. Diese Maßnahme steht im Kontext eines Disputs über den möglichen Kauf Grönlands durch die USA und zielt auf acht europäische NATO-Partner, Deutschland eingeschlossen.
Bereits am Sonntagabend reagierte EU-Ratspräsident António Costa mit der Einberufung eines Sondergipfels noch in dieser Woche. Die EU steht vor einer heiklen diplomatischen Aufgabe: Sie muss Stärke signalisieren, ohne eine Eskalation heraufzubeschwören, da Europa in sicherheits- und technologischen Angelegenheiten auf die USA angewiesen ist.
Analysten von ActivTrades kommentierten die Situation: Die neue Zollpolitik trifft EU-Wirtschaften empfindlich, die durch den anhaltenden Krieg in der Ukraine ohnehin unter Druck stehen. In Folge dessen gerieten besonders Automobil- und Luxusgütermärkte unter Druck. So sanken die Aktienkurse von Stellantis und Renault merklich, ebenso wie jene von Kering, Richemont, Hermes und LVMH. Letztgenannter Konzern litt zudem unter einer Herabstufung seitens Morgan Stanley.
Im Telekomsektor hingegen zeichnete sich ein leichter Aufwärtstrend ab. Getrieben durch Spekulationen auf eine mögliche Übernahme von Vodafone Espana durch die spanische Telefonica, legten Vodafone-Aktien zu. Diesem Zusammenschluss könnte eine Kapitalerhöhung vorausgehen, bei der Morgan Stanley beratend tätig werden würde.

