Lufthansa unter Druck: Piloten stimmen für Streiks – Aktienkurs im Sinkflug
Die Lufthansa sieht sich stürmischen Zeiten entgegen, da sich die Piloten der Airline in einer Urabstimmung mit überwältigender Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen entschieden haben. Diese Nachricht ließ den Lufthansa-Aktienkurs bereits vor der offiziellen Mitteilung durch die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ins Straucheln geraten – ein Rückgang von mehr als sechs Prozent verzeichnete gar den niedrigsten Stand seit Mitte Juli.
Obwohl ein konkreter Streiktermin noch nicht feststeht, plant die VC weitere Beratungen mit ihrer Tarifkommission und dem Vorstand am Mittwoch. Laut VC-Präsident Andreas Pinheiro hängt die Intensität des Streiks auch stark von der Reaktion des Arbeitgebers ab. Die Piloten, die zuletzt im Jahr 2022 für einen Tag streikten, fordern ein abschlussfähiges Angebot zur betrieblichen Altersvorsorge, welches bislang aussteht.
In dem derzeit brodelnden Tarifkonflikt geht es um die Betriebsrenten für die rund 4.800 Lufthansa-Pilotinnen und -Piloten. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich eine Verdreifachung des Arbeitgeberanteils gefordert, diese Forderung jedoch im Laufe der Verhandlungen bereits reduziert. Trotz der Sanierungsbemühungen bei Lufthansa bleibt die Einschätzung des Personalvorstands Michael Niggemann ernüchternd: Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens lasse keine signifikanten Zugeständnisse zu.
Kritik erhielten zudem die strategischen Pläne des Lufthansa-Managements, kleinere Flugzeuge in kostengünstigere Flugbetriebe außerhalb des Konzerns zu verlagern. Dies stößt sowohl bei den Piloten der VC als auch bei der Flugbegleitervertretung Ufo auf Widerstand. Streiks gegen solche strategischen Entscheidungen sind jedoch ausgeschlossen, da sie nicht in Tarifverträgen regelbar sind.

