Ölpreise unter Druck: Westpacs Prognose und geopolitische Spannungen verstärken Unsicherheit
Die Ölpreise stehen weiterhin unter Druck, belastet durch die Erwartung eines anhaltend hohen Angebots auf dem Weltmarkt. So sank der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar um 37 Cent auf 61,84 US-Dollar. Auch der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Januar fiel um 32 Cent auf 58,14 Dollar. Ein Überangebot, das den Markt bis ins Jahr 2026 dominieren könnte, lässt den Preis von Brent voraussichtlich in einer Spanne zwischen 60 und 65 US-Dollar verharren, meint Robert Rennie, Leiter der Rohstoffforschung bei Westpac Banking Corporation.
Die jüngste Übernahme eines Öltankers im Konflikt zwischen den USA und Venezuela hat nur kurzfristige Bewegungen bei den Ölpreisen ausgelöst. Experten gehen davon aus, dass solche Zwischenfälle die Sanktions- und Kriegsrisikoprämien zwar kurzfristig erhöhen könnten, jedoch im Schatten des umfassenden Überangebots stehen. Der sich zuspitzende Konflikt, der auch die militärische Präsenz der USA in der Karibik verstärkt hat, verweist auf eine neue Eskalationsstufe in der Region.
Venezuela, dessen Wirtschaft stark von Ölexporten abhängig ist, sieht hinter der Eskalation eine Strategie zur Kontrolle der reichen Bodenschätze des Landes. Die Spannungen nähren Spekulationen über das eigentliche Ziel des Konflikts, der, wie das venezolanische Außenministerium betont, weniger mit Migration oder Drogenhandel, sondern vielmehr mit der Kontrolle der Energiequellen zusammenhängt.

