Leitzinsen im Fokus: EZB bleibt vermutlich abwartend

Die Europäische Zentralbank (EZB) scheint darauf vorbereitet zu sein, die derzeitige Zinspolitik beizubehalten, wie Volkswirte prognostizieren. Eine Änderung der Leitzinsen wird nicht erwartet, wenn der EZB-Rat am kommenden Donnerstag in Frankfurt zu seiner ersten Sitzung des Jahres zusammenkommt. Die Entscheidung zu den Zinsen wird am Nachmittag um 14:15 Uhr mit Spannung erwartet.
Seit Juni letzten Jahres liegt der Einlagenzins bei stabilen 2,0 Prozent. Die EZB hat in den vergangenen vier Sitzungen keinen Anlass gesehen, den Zins zu verändern. Diese niedrigen Zinsen wirken sich positiv auf die Konjunktur aus, da sie Verbrauchern und Unternehmen durch günstigere Kredite Anschaffungen erleichtern und damit das wirtschaftliche Wachstum ankurbeln.
Ein Grund für den scheinbaren Stillstand der EZB-Politik könnte die gedämpfte Inflation sein, die nach den Höhepunkten des Vorjahres infolge des Ukraine-Kriegs wieder sinkt. Laut einer Eurostat-Schätzung stiegen die Verbraucherpreise im Euroraum im Januar nur um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Ein weiteres Thema, das die EZB möglicherweise beschäftigt, ist die Stärkung des Euro, der kürzlich die Marke von 1,20 US-Dollar erreichte. Dies wird als Potenzial für eine Verteuerung der Exporte europäischer Unternehmen gesehen, während Importe in Dollar günstiger werden. Diese Dynamik könnte die ohnehin gedämpfte Inflation weiter beeinflussen, die 2026 leicht unter dem mittelfristigen Ziel der EZB von 2,0 Prozent liegen könnte. Erste Stimmen innerhalb der Notenbank deuten darauf hin, dass eine weitere Aufwertung des Euro Handlungsdruck erzeugen könnte.

