KWS Saat: Saisonale Schwankungen belasten zweiten Quartalsbericht
Der renommierte Saatguthersteller KWS Saat hat im zweiten Quartal hinter den Erwartungen zurückbleibende Ergebnisse präsentiert. Obwohl das Unternehmen aus Einbeck seine Jahresprognose bestätigte, konnten selbst diese positiven Absichten die Anleger nicht beruhigen. Die im SDax notierte Aktie des Saatgutherstellers erlebte einen Rückgang und fiel um insgesamt acht Prozent auf 54,30 Euro. Nach einem vielversprechenden Start ins Geschäftsjahr, entwickelte sich das zweite Quartal durchwachsen. Dies unterstreicht einmal mehr die saisonalen Schwankungen des Geschäfts, wie Stifel-Analyst Andreas Heine betont.
Dennoch wird darauf hingewiesen, dass das erste Halbjahr lediglich einen kleinen Beitrag zum Jahresumsatz von KWS leistet — maximal ein Viertel. Die Analysten hatten im Vorfeld optimistischere Zahlen erwartet. Charlie Bentley von Jefferies spekulierte auf bessere Umsatz- und Ergebniszahlen, blieb jedoch mit der Hoffnung, dass im dritten Quartal die eigentliche Umsatzstärke von KWS Saat zur Geltung kommt. Im ersten Quartal hatte KWS von schnellen Verkäufen im Zuckerrüben-Segment profitiert, die den Umsatz des ersten Halbjahres unterstützten.
Allerdings mussten Einbußen im zweiten Quartal hingenommen werden, wo der Umsatz im Vergleich um fast zehn Prozent auf 168,6 Millionen Euro sank. Auch der saisonale Verlust vor Zinsen und Steuern stieg von 55,5 auf 83,3 Millionen Euro an. Dies führte zu einem heftigen Fehlbetrag von 77,7 Millionen Euro unter dem Strich, verglichen mit einem Minus von 53,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Der Vorstandssprecher Felix Büchting hält jedoch an den Prognosen für das Geschäftsjahr 2024/25 fest. Erwartet wird ein Umsatzplus von zwei bis vier Prozent, bereinigt um Währungs- und Portfolioeffekte, sowie eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern zwischen 14 und 16 Prozent. Der Umsatz konnte insgesamt in den ersten sechs Monaten um 5,3 Prozent auf 417,2 Millionen Euro gesteigert werden.
Gleichzeitig wuchs jedoch auch der Verlust vor Zinsen und Steuern auf 120,7 Millionen Euro aufgrund erhöhter Abschreibungen und eines Sondereffekts aus dem Vorjahr wegen des Verkaufs des chinesischen Mais-Portfolios. Ohne diese Effekte zeigte das Bruttoergebnis weiterhin einen positiven Trend, jedoch stiegen auch die Ausgaben für Vertrieb, Verwaltung, Forschung und Entwicklung.

