Kurskorrekturen an den deutschen Börsen: Aktien im Fokus
Zum Wochenauftakt setzte der deutsche Aktienmarkt seine Abwärtsbewegung vom vergangenen Freitag fort. Der Dax büßte am Vormittag 0,7 Prozent ein und notierte bei 23.470 Punkten. Parallel dazu sank der MDax, der die mittelgroßen Unternehmen umfasst, um 0,5 Prozent auf 30.057 Zähler. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schwächte sich um 0,5 Prozent ab.
Laut Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets leidet der Dax weiterhin unter einem "September-Blues", während die US-Märkte angesichts der jüngsten Zinssenkung eifrig neue Rekorde verzeichnen. "Im Gegensatz zu den optimistischen US-Investoren sind die Anleger hierzulande aufgrund der zahlreichen drohenden negativen Überraschungen besorgt. Dies hält den Dax in einer engen Handelsspanne gefangen", so Stanzl.
Besonders gefragt waren erneut die Aktien der Rüstungsbranche. Hintergrund ist ein Zwischenfall, bei dem russische Kampfjets den estnischen Luftraum verletzten, was den UN-Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung veranlasste. Die Nato-Länder beraten ebenfalls über den Vorfall. Die Aktien von Rheinmetall stiegen um 0,9 Prozent, während Hensoldt und Renk aus dem MDax um 3,8 beziehungsweise 3,4 Prozent zulegten.
Unterdessen standen die Titel des VW-Konzernverbunds aufgrund von Gewinnwarnungen unter Druck. Porsche AG rechnet infolge neuer finanzieller Belastungen mit weniger Gewinn als erwartet und plant, Verbrenner länger im Programm zu halten. Die Aktien der Porsche AG fielen um 7,4 Prozent, die VW-Vorzugspapiere verloren 7,1 Prozent und die Porsche SE sank um 5,8 Prozent. Zusätzlich belastet wurde Porsche AG durch den Abstieg aus dem Dax, ähnlich wie der Laborzulieferer Sartorius. Ersetzt wurden diese durch die Aktien von Scout24 und Gea, die mit Kursgewinnen von 2,8 beziehungsweise 2,9 Prozent glänzten.
Die DHL Group sah sich nach einer Abstufung durch die Bank of America zu "Underperform" mit einem gesenkten Kursziel von 35 Euro konfrontiert, sodass die Aktien auf den tiefsten Stand seit Mai fielen und 1,1 Prozent einbüßten.

