Eulerpool News

Künftig keine Barzahlungen über 10.000 Euro in der EU mehr erlaubt

18. Januar 2024, 19:43 Uhr · Quelle: Eulerpool News

Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf strengere Maßnahmen geeinigt, um Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Umgehung von Sanktionen effektiver zu bekämpfen. Eine der neuen Regelungen besagt, dass Käufe in Höhe von mehr als 10.000 Euro nicht mehr bar beglichen werden dürfen. Diese Obergrenze soll verhindern, dass große Geldsummen unauffällig und unkontrolliert den Besitzer wechseln. Die Mitgliedstaaten haben die Möglichkeit, eine niedrigere Höchstgrenze festzulegen, aber bislang existiert in Deutschland noch keine Grenze für Barzahlungen.

Bisher mussten Personen, die Beträge über 10.000 Euro bar bezahlen wollten, sich ausweisen und den Nachweis erbringen, woher das Geld stammt. Der Händler war verpflichtet, diese Angaben festzuhalten und aufzubewahren. Mit den neuen Regeln sollen nun grenzüberschreitend gültige Vorschriften geschaffen werden, um mögliche Schlupflöcher zu schließen, die von Kriminellen genutzt werden könnten, um illegal erworbene Gewinne zu waschen oder terroristische Aktivitäten über das Finanzsystem zu finanzieren.

Die neuen Gesetze geben den Finanzermittlungsstellen, die in Deutschland beim Zoll angesiedelt sind, mehr Befugnisse, um Fälle von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu analysieren, aufzudecken und verdächtige Transaktionen zu stoppen. Darüber hinaus müssen bestimmte Händler wie Banken, Kasinos, Händler von Luxusgütern und Edelmetallen sowie Anbieter von Krypto-Vermögenswerten ab einer bestimmten Summe ihre Kunden überprüfen und verdächtige Aktivitäten melden. Unter bestimmten Bedingungen könnten auch Profifußballvereine und -agenturen verpflichtet werden, Transaktionen zu überwachen.

Die Einigung der Verhandlungsparteien muss noch formell vom Parlament und vom Rat angenommen werden. Nach Angaben des Parlaments sollen die neuen Regeln grundsätzlich drei Jahre nach ihrer Inkraftsetzung gelten.

Die geplante Einrichtung einer gemeinsamen Geldwäschebehörde, der «Anti-Money Laundering Authority» (AMLA), ist ein weiterer Schritt im Kampf gegen Geldwäsche in der EU. Die AMLA soll die nationalen Aufsichtsbehörden koordinieren und unterstützen. Frankfurt hat sich unter anderem als möglicher Sitz für die Behörde beworben. (eulerpool-AFX)

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[Eulerpool News] · 18.01.2024 · 19:43 Uhr
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