Kühne+Nagel stellt sich mit Sparmaßnahmen den globalen Herausforderungen
Der Schweizer Logistikkonzern Kühne+Nagel sieht sich infolge eines deutlichen Gewinneinbruchs im dritten Quartal gezwungen, Maßnahmen zur Kostensenkung zu ergreifen. Das Unternehmen plant, rund 1.500 Stellen abzubauen und hat seine Gewinnerwartungen für 2025 gesenkt. Nach anfänglichen Verlusten handelt die Aktie am Morgen leicht höher. Verantwortlich für die derzeitige Situation sieht das Management einen "Handelskrieg", der zu einem erheblichen Rückgang des Transportvolumens in die USA geführt hat. Das ist auf die von US-Präsident Donald Trump eingeführten hohen Zölle zurückzuführen.
Die Belastungen werden zusätzlich durch Überkapazitäten und Margendruck - also eine Verringerung der Gewinnspanne - verstärkt. Um die jährlichen Kosten um mehr als 200 Millionen Franken zu senken, beabsichtigt Kühne+Nagel, durch Prozessoptimierungen und verstärkte Automatisierung die Produktivität zu steigern. Der geplante Stellenabbau betrifft knapp zwei Prozent der weltweiten Belegschaft von ungefähr 85.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Kühne+Nagel, 1870 in Bremen gegründet, ist seit über 70 Jahren in der Schweiz ansässig und zählt zu den führenden Logistikkonzernen weltweit.
Klaus-Michael Kühne, der Mehrheitsgesellschafter aus Hamburg, gehört zu den wohlhabendsten Persönlichkeiten Europas. Wie aktuelle Geschäftszahlen zeigen, sank der Nettoumsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf sechs Milliarden Franken. Der starke Franken gegenüber dem US-Dollar trug zu dieser Entwicklung bei. Der operative Gewinn (Ebit) reduzierte sich um 37 Prozent auf 285 Millionen Franken, während der Reingewinn um 39 Prozent auf 206 Millionen Franken zurückging.
Mit Blick auf die fortdauernden Herausforderungen und den Einfluss des Handelskriegs rechnet Kühne+Nagel für das Gesamtjahr 2025 nun mit einem Ebit von über 1,3 Milliarden Franken, nachdem die ursprünglichen Erwartungen zwischen 1,4 und 1,6 Milliarden Franken gelegen hatten.

