Krypto-Märkte im Feiertagstief: Handelsvolumen auf niedrigstem Stand des Jahres 2025

Zum Ende des Jahres 2025 verzeichnet die Kryptowährungsbranche ein deutliches Nachlassen der Handelsaktivitäten. Bitcoin (BTC) und bedeutende Altcoins erleben das geringste zweiwöchige Handelsvolumen seit Dezember 2024. Insbesondere bei Ethereum (ETH) und Solana (SOL) ist die wöchentliche Aktivität im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 50% gesunken.
Feiertagsflaute drückt Volumen auf Jahrestiefststände
Aktuelle Daten von Santiment zeigen, dass das Handelsvolumen in den letzten Wochen des Jahres 2025 stetig zurückgegangen ist. Sowohl Bitcoin als auch Altcoins verzeichnen die ruhigste zweiwöchige Phase seit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr. Die Kombination aus flachen, unregelmäßigen Kursbewegungen und den Feiertagen hat Händler von den Bildschirmen ferngehalten und die Liquidität in den Spot- und Derivatemärkten verringert.
Der Rückgang ist besonders bei Altcoins sichtbar. Santiment hebt hervor, dass ETH, SOL, Cardano (ADA) und Dogecoin (DOGE) weniger als die Hälfte ihres wöchentlichen Handelsvolumens im Vergleich zu Ende 2024 aufweisen, als die spekulative Aktivität selbst während der Feiertage hoch blieb. Laut Santiment deutet der diesjährige Rückgang auf ein schwächeres kurzfristiges Interesse hin, anstatt auf Panikverkäufe.
Auch soziale Daten zeichnen ein ähnliches Bild. Ein Beitrag von Oro Crypto, der sich auf Santiment-Metriken stützt, zeigt einen stetigen Rückgang des sozialen Volumens von Bitcoin seit Mitte November. Die Zahlen belegen, dass Diskussionen auf großen Plattformen abgenommen haben, Reaktionen auf Kursschwankungen abgeflacht sind und selbst volatile Sitzungen kaum Aufmerksamkeit erregen.
Gleichzeitig ist die soziale Dominanz von Bitcoin auf niedrige einstellige Werte gesunken, was auf eine fragmentierte Fokussierung statt auf einen Hype um einen einzelnen Vermögenswert hindeutet. Oro Crypto beschreibt dieses Umfeld eher als Erschöpfung denn als Angst. Historisch gesehen fielen große Zyklusspitzen mit lauten Narrativen und starker Beteiligung des Einzelhandels zusammen, doch diese Signale fehlen derzeit, obwohl die Preise in weiten Spannen schwanken.
Unterschiedliche Signale für das neue Jahr
Während die unmittelbaren technischen Indikatoren besorgniserregend erscheinen, sehen einige Beobachter in breiteren makroökonomischen Mustern einen Grund zur Hoffnung. Eine kürzlich durchgeführte Analyse zieht Parallelen zu Mitte 2020, als Gold und Silber aufgrund der Liquidität der Zentralbanken stark zulegten, bevor Kapital in Bitcoin floss und einen historischen Bullenmarkt auslöste. Heute, da Gold Rekordhöhen von über $4.500 erreicht und auch Silber neue Höchststände verzeichnet, könnte sich eine ähnliche Abfolge abzeichnen.
Diese Perspektive sieht die Stärke der Metalle nicht als Warnsignal, sondern als führenden Indikator dafür, dass risikobehaftete Vermögenswerte wie BTC im Jahr 2026 folgen könnten, unterstützt durch mögliche Zinssenkungen und klarere Regulierung.
Dennoch bleibt der unmittelbare Kursverlauf von Bitcoin umstritten. Bei einem Handelspreis von etwa $88.000 befindet sich der Vermögenswert in einem sich verengenden Muster. Ein Händler merkt an, dass Bitcoin über $90.600 ausbrechen muss, um einen Weg in Richtung $107.000 zu eröffnen. Sollte die Unterstützung jedoch nicht halten, könnte der Markt Niveaus zwischen $70.000 und $65.000 testen.
Die Kombination aus niedrigen Volumina, sozialer Apathie und kritischen technischen Niveaus bedeutet, dass die derzeitige Ruhe am Markt wahrscheinlich nicht von Dauer sein wird. Die entscheidende Frage zu Beginn des Jahres 2026 wird sein, ob der Markt nach oben in eine neue Rallye oder nach unten in eine tiefere Korrektur ausbricht.

