Einreiseverbot

Kritik an Trumps neuer Einreisesperre für zwölf Staaten

05. Juni 2025, 15:55 Uhr · Quelle: dpa
Mit einer neuen Einreisesperre knüpft der US-Präsident an frühere Maßnahmen an. Die Kritik ist laut. Könnte ein Urteil des Supreme Court Trump diesmal stärken?

Washington (dpa) - Menschenrechtsorganisationen reagieren mit scharfer Kritik auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Einreisesperre für Staatsangehörige aus zwölf Ländern. Amnesty International sprach auf der Plattform X von einer «diskriminierenden, rassistischen und schlichtweg grausamen» Maßnahme, die nur «Falschinformationen und Hass» verbreite.

Human Rights First warnte in einer Mitteilung vor schweren Folgen für Flüchtlinge, Asylsuchende und andere schutzbedürftige Gruppen – darunter viele, die auf eine Familienzusammenführung in den USA warteten. Oxfam zufolge dient die Maßnahme nicht der nationalen Sicherheit, sondern dämonisiere «Gemeinschaften, die Schutz und Chancen in den USA suchen».

Maßnahme soll ab Montag greifen

Am Mittwochabend hatte Trump die Einreisesperre für Menschen aus Afghanistan, Myanmar, Tschad, Kongo, Äquatorialguinea, Eritrea, Haiti, Iran, Libyen, Somalia, Sudan und Jemen verkündet. Menschen aus sieben weiteren Ländern – Burundi, Kuba, Laos, Sierra Leone, Togo, Turkmenistan und Venezuela – sollen nur noch eingeschränkt einreisen dürfen. Die Maßnahme soll ab kommendem Montag greifen.

Besorgt äußerte sich auch die Afrikanische Union, der viele der betroffenen Länder angehören. Zwar erkenne man das souveräne Recht der USA an, ihre Grenzen zu schützen, hieß es in einer Mitteilung. Zugleich appelliere man an Washington, dabei «ausgewogen, faktenbasiert und im Geist der langjährigen Partnerschaft zwischen den USA und Afrika» zu handeln.

Die Maßnahme sieht Ausnahmen vor: etwa für Menschen mit einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung für die USA («Greencard»), Doppelstaatler mit einem Pass eines nicht betroffenen Landes oder bestimmte Familienangehörige von US-Staatsbürgern. Auch Diplomaten, Teilnehmer internationaler Sportveranstaltungen sowie anerkannte Flüchtlinge und afghanische Ortskräfte mit Sondervisa sind ausgenommen.

US-Präsident verweist auf Angriff auf jüdische Demo

Trump begründete die Einreisebeschränkungen vor allem mit Sicherheitsbedenken. Aus vielen der betroffenen Länder lägen den US-Behörden nach seinen Worten nicht genügend Informationen vor, um das Gefährdungspotenzial von Einreisenden verlässlich einschätzen zu können. Zudem weigerten sich einige Staaten, abgelehnte oder ausreisepflichtige Personen zurückzunehmen. «Ganz einfach: Wir können keine Migration aus Ländern zulassen, in denen wir die Menschen, die in die Vereinigten Staaten einreisen wollen, nicht sicher und zuverlässig überprüfen können», sagte Trump in einem auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichten Video.

Als konkretes Beispiel nannte er den Angriff auf eine jüdische Demonstration in der Stadt Boulder im US-Bundesstaat Colorado am vergangenen Wochenende. Der mutmaßliche Täter, ein Mann aus Ägypten, habe sich illegal in den USA aufgehalten. Trump sagte der Vorfall zeige, welche Gefahren von Personen ausgingen, die nicht ordnungsgemäß überprüft würden – ebenso wie von jenen, die mit einem Visum einreisten und dann länger blieben als erlaubt. «Wir wollen sie nicht», erklärte er.

Der 45 Jahre alte Mann, der wegen des Angriffs in Boulder als Tatverdächtiger festgenommen wurde, hielt sich nach Angaben der Behörden illegal in den USA auf. Ägypten ist allerdings nicht von den neuen Einreisebeschränkungen betroffen. 

«Muslim Ban» in erster Amtszeit

Bereits in seiner ersten Amtszeit (2017–2021) hatte Trump ein umstrittenes Einreiseverbot erlassen. Der sogenannte «Muslim Ban» untersagte damals Flüchtlingen sowie Bürgern mehrerer überwiegend muslimischer Länder die Einreise in die USA – darunter Iran, Irak, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien und Jemen. Der Irak wurde später von der Liste gestrichen.

Die Maßnahme trat damals ohne Vorwarnung in Kraft und sorgte für chaotische Zustände an internationalen Flughäfen. Auch Personen mit gültigen Aufenthaltsgenehmigungen wurden zunächst festgehalten oder zurückgeschickt. Der «Muslim Ban» belastete die Beziehungen zu betroffenen Ländern, trennte Familien und stürzte viele Menschen in Unsicherheit. Gleichzeitig formierte sich schnell eine breite Gegenbewegung. Nach massiven Protesten und juristischen Auseinandersetzungen überarbeitete die Trump-Regierung die Regeln. 

Nun gibt es Urteil von Supreme Court

Im Juni 2018 bestätigte der Oberste Gerichtshof schließlich eine finale Version, die auch Länder wie Nordkorea einbezog. Die Aufnahme einiger nicht mehrheitlich muslimischer Länder diente der Trump-Regierung dazu, den Vorwurf religiöser Diskriminierung zu entkräften. Trotz der scharfen Regeln gab es auch damals Ausnahmen – etwa für Diplomaten. 

Trumps Nachfolger, der Demokrat Joe Biden, hob das Dekret im Januar 2021 auf, nur Stunden nach seiner Amtseinführung. 

In seinem nun veröffentlichten Video bezeichnete Trump die damaligen Beschränkungen als eine der «erfolgreichsten Maßnahmen» seiner Regierung. Sie hätten entscheidend dazu beigetragen, größere ausländische Terrorangriffe in den USA zu verhindern. Auch diesmal wird juristischer Widerstand erwartet – allerdings könnte das Urteil des Supreme Court von 2018 Trump eine stärkere rechtliche Grundlage bieten und mögliche Klagen erschweren.

Regierung / Migration / Flüchtling / USA
05.06.2025 · 15:55 Uhr
[2 Kommentare]
Frankfurter Börse (Archiv)
Frankfurt/Main - Der Dax hat sich am Donnerstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiter im roten Bereich bewegt. Gegen 12: 30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.800 Punkten berechnet, 1,2 Prozent unter dem Schlussniveau vom vorherigen Handelstag. An der Spitze der Kursliste rangierten BASF, die Deutsche Börse und Brenntag, am Ende SAP, […] (00)
vor 5 Minuten
Jenna Ortega
(BANG) - Jenna Ortega stand kurz davor, in der Schauspielerei "alles hinzuschmeißen", bevor sie ihre Rolle in 'You' bekam. Die 23-jährige Schauspielerin, die ihre Karriere mit Kinderserien wie 'Richie Rich' und 'Stuck in the Middle' begann, zog in Betracht, sich ganz aus dem Filmgeschäft zurückzuziehen, bevor sie als Ellie Alves in der zweiten Staffel […] (01)
vor 2 Stunden
Schauspieler Mario Adorf
Paris/München (dpa) - Bösewichte und Patriarchen spielte Mario Adorf oft und gern: Die einen lieben ihn für seinen Auftritt als protziger Fabrikant in der Kultserie «Kir Royal», andere kennen ihn als den Schurken Santer aus den Karl-May-Filmen. Mario Adorf hat schier unzählige Rollen gespielt, am Theater, im Fernsehen und im Kino. Am Mittwoch ist die […] (01)
vor 31 Minuten
Gerüchte um Uncharted 5: Hat Naughty Dog ein Sequel schon vor Jahren geplant?
Ein mysteriöser Instagram-Post, ein altes Kanonenrohr über einer Küstenstadt und das Wort „Research…“ – manchmal braucht es nicht viel, um die Gaming-Welt in Aufruhr zu versetzen. Naughty Dog, das Studio hinter einigen der eindrucksvollsten Einzelspieler-Erfahrungen der letzten Jahrzehnte, hat die Gerüchteküche wieder zum Brodeln gebracht. Und jetzt […] (00)
vor 2 Stunden
Deutscher Radiopreis 2026 wird im September in Hamburg verliehen
Die Frist dafür beginnt am 15. April und endet am 15. Mai 2026. Jeder eigenständige deutsche Radiosender kann seine Favoriten einreichen. Der Deutsche Radiopreis zieht in diesem Jahr in den Hamburger Hafen. Zur Verleihung am 10. September werden Branchenleute aus ganz Deutschland und Stars aus Musik und Medien im Theater an der Elbe erwartet. Jeder eigenständige deutsche Radiosender kann […] (00)
vor 1 Stunde
Gianpiero Lambiase (l) und Max Verstappen
Milton Keynes/Woking (dpa) - Max Verstappens Formel-1-Team Red Bull verliert nach übereinstimmenden Medienberichten weiteres Spitzenpersonal. Demnach wird der langjährige Renningenieur des viermaligen Weltmeisters, Gianpiero Lambiase, zu McLaren wechseln. Er soll angeblich Ende 2027 zum Konkurrenten wechseln, um dann eine Führungsposition einzunehmen. […] (01)
vor 1 Stunde
E-Rezept-Beben: Der Vernichtungsschlag der Online-Apotheken gegen den stationären Handel
Es ist der Albtraum für jede inhabergeführte Apotheke in der Provinz: Ein Klick am Smartphone ersetzt den Gang zum Tresen. Was jahrelang als ferne Zukunftsvision galt, hat sich im ersten Quartal 2026 zu einer unaufhaltsamen Marktmacht entwickelt. Die Zahlen, die Redcare Pharmacy – ehemals Shop Apotheke – nun präsentierte, gleichen einer Kriegserklärung […] (00)
vor 40 Minuten
Das große Bild für den Goldpreis
Herisau, 09.04.2026 (PresseBox) -   Beim Goldpreis waren in den vergangenen Monaten große Ausschläge zu verzeichnen. Doch auf längere Sicht herrscht Optimismus. Anzeige/Werbung - Dieser Artikel wird verbreitet im Namen von Osisko Development Corp. und Gold X2 Mining Inc ., mit der die SRC swiss resource capital AG bezahlte IR-Beraterverträge […] (00)
vor 1 Stunde
 
sakura, flower background, flowers, spring, bloom, nature, japan, blossom, tree, branch
Variabler Donnerstagsverlauf und Schauer in der Nacht Am Donnerstag bietet sich […] (06)
Mario Adorf am 09.04.2026
Paris - Schauspieler Mario Adorf ist tot. Er starb am Mittwoch nach kurzer Krankheit […] (07)
Olaf Scholz (Archiv)
New York - Altbundeskanzler Olaf Scholz (SPD) soll für seine Verdienste um das […] (00)
Bundeskriminalamt (BKA) und Bundesamt für Verfassungsschutz (Archiv)
Berlin - Mehrere Verfassungsschutzbehörden warnen derzeit Firmen, die neu in die […] (03)
«Juliet, Naked»: Romantische Indie-Komödie feiert Free-TV-Premiere bei ONE
Nick-Hornby-Verfilmung über verpasste Chancen und zweite Chancen kommt Anfang Mai ins […] (00)
Das Wireless Festival wurde abgesagt, nachdem das Innenministerium Kanye die ETA entzogen hat.
(BANG) - Das Wireless Festival wurde abgesagt, nachdem das Innenministerium Kanye die […] (00)
Erleichterung an den Märkten Die jüngste Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im […] (00)
Adler Mannheim - EHC Red Bull München
Berlin/Mannheim (dpa) - Titelverteidiger Eisbären Berlin ist mit einem spektakulären […] (01)
 
 
Suchbegriff