Krisenbewältigung im Iran: Ruf nach Solidarität, Reformen und internationaler Einflussnahme

Angesichts eskalierender Proteste und wirtschaftlicher Herausforderungen hat der iranische Präsident Massud Peseschkian die Bürger des Landes zu Solidarität aufgerufen, statt Demonstrationen abzuhalten. Laut der Nachrichtenagentur Irna betonte Peseschkian die Notwendigkeit, in Zeiten von Druck durch ausländische Mächte und internen Unruhen den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, um die gegenwärtigen Probleme erfolgreich zu bewältigen. Bereits zu Beginn der Proteste versprach der Präsident wirtschaftliche Reformen und zeigte sich dialogbereit. Dennoch blieben Reaktionen von Seiten der Demonstranten aus, da sie Peseschkian und seine Politik als Hauptverantwortliche für die wirtschaftliche Misere im landwirtschaftlich und energiepolitisch potenten Iran ansehen.
Es wird erwartet, dass die Regierung noch am Mittwochabend neue Maßnahmen zur wirtschaftlichen Verbesserung und zur Stärkung der Kaufkraft bekannt geben wird, um ihr Engagement für das Wohl der Bürger zu demonstrieren, so der Präsident laut Medienberichten. Unter den Herausforderungen der aktuellen Krise sieht die iranische Regierung in den Protesten das Werk einer 'ausländischen Verschwörung', die das Land destabilisieren soll – mit Israel im Zentrum dieser Anschuldigungen.
Unterstützungsbekundungen an die Demonstranten durch den israelischen Geheimdienst Mossad und den ehemaligen Ministerpräsidenten Naftali Bennett steigern die Spannungen zusätzlich. Der Vize-Innenminister Mohammed Bathaei warnt vor entmutigenden Botschaften, die ungewollt den Interessen des Feindes dienen könnten, und fordert die Bevölkerung auf, Widerstand gegen den wirtschaftlichen Druck zu leisten.
Trotz der Aufrufe zur Solidarität kam es auch am Mittwoch in der Hauptstadt Teheran und anderen Städten zu Protesten gegen das islamische System. Es wird von gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei und Sicherheitskräften berichtet. Vier Studenten wurden an der Universität Teheran verhaftet, und unbestätigte Berichte über einen Todesfall in der Provinz Fars sorgten für weiteren Aufruhr. Der plötzliche Anstieg der Devisenkurse am Sonntag, der die nationale Währung Rial auf ein Rekordtief abstürzen ließ und den Handel in Teheran lahmlegte, entfachte die nun auch politisch aufgeladenen Proteste.

