Kretschmer plädiert für neue Klimaziel-Strategie: Fokus auf 2050
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer von der CDU äußerte jüngst die Notwendigkeit, die gegenwärtigen Klimaziele in Deutschland zu überdenken. In einem Interview mit der Wirtschaftswoche betonte er, dass es ausreiche, wenn Deutschland bis 2050 klimaneutral wirtschaftet. In einer Zeit, in der das Land wieder auf Wachstumskurs kommen möchte, seien Energiesicherheit und bezahlbare Energiepreise von zentraler Bedeutung. Aktuell verfolgt die Bundesregierung das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden, was mit erheblichen Reduzierungen des CO2-Ausstoßes verbunden ist.
In Bezug auf die Pläne zur Senkung der Stromsteuer zeigt sich Kretschmer skeptisch. Er verweist auf die finanziellen Herausforderungen, die die Bundesrepublik in den Bereichen soziale Sicherungssysteme, Sicherheit, Bildung und Kultur bewältigen muss. Diese Bereiche werden maßgeblich durch Steuern und Abgaben finanziert. Eine Reduzierung selbiger sei allenfalls eine temporäre Maßnahme, die langfristig jedoch die Finanzkraft des Landes schwächen könnte.
Zudem fordert Kretschmer, bereits bei den Entstehungskosten von Energie anzusetzen. Obwohl oft Geschwindigkeit die Kosten beeinflusse, wolle Deutschland bei den Klimazielen stets Vorreiter sein. Ein voreiliger Ausstieg aus der Braunkohle vor 2038 sei lediglich ein Beispiel für übereilte Entscheidungen, die seiner Ansicht nach vermieden werden sollten.

