Kontroverse um "grünen" Stahl: Merz löst hitzige Debatte aus
Aussagen des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz zur Zukunft der deutschen Stahlindustrie haben intensive Diskussionen entfacht. Während einer Betriebsrätekonferenz der CDA in Bochum erklärte Merz, er zweifle am schnellen Erfolg wasserstoffbetriebenen Stahls und an der Verfügbarkeit von Wasserstoff. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen konterte scharf und betonte, dass derartige Aussagen die Stahlbranche gefährden und Arbeitsplätze bedrohen könnten.
Habeck wies darauf hin, dass weltweit große Volkswirtschaften wie die USA und China den Stahlsektor dekarbonisieren wollen, und warnte davor, auf kohlebasierten Stahl zu setzen, der künftig keine Marktchancen mehr habe. Auch SPD-Vertreter wie Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger kritisieren Merz. Sie warnte davor, durch eine Kehrtwende Milliardeninvestitionen zu gefährden.
Bundeskanzler Olaf Scholz zeigte sich optimistisch bezüglich der Integration von Wasserstoff in das Energiesystem und verwies auf die Fortschritte bei erneuerbaren Energien. Die deutsche Regierung unterstützt den klimafreundlichen Wandel der Stahlindustrie mit Milliardeninvestitionen, jedoch gibt es Bedenken hinsichtlich Verzögerungen beim Ausbau notwendiger Infrastrukturen.
Thyssenkrupp-Chef Miguel López fordert daher den beschleunigten Aufbau eines Wasserstoffnetzes in Europa. IG-Metall-Vize Jürgen Kerner warnt vor den Folgen einer Ablehnung "grünen" Stahls und fordert pragmatische Lösungen, wie die vorübergehende Nutzung von Gas, um Fortschritte beim CO2-Einsparen zu erzielen, bis grüner Wasserstoff wirtschaftlich verfügbar ist.

