Klarna startete furios an der New Yorker Börse
Klarna, das schwedische Fintech-Unternehmen, erlebte einen beeindruckenden Auftakt an der New York Stock Exchange, als seine Aktien um 30 % in die Höhe schnellten. Ihr Debüt im öffentlichen Handel begann mit einem Kurs von 52 Dollar, nachdem der Eröffnungspreis am Vortag bereits auf 40 Dollar festgelegt worden war – deutlich über der ursprünglich erwarteten Spanne. Dies ermöglichte es dem Unternehmen, 1,38 Milliarden Dollar zu sammeln und eine Bewertung von 15 Milliarden Dollar zu erreichen.
Klarna, das seit 2019 auf dem amerikanischen Markt aktiv ist und dort rasch zum größten Kundenmarkt avancierte, verlegte seinen Börsengang aufgrund tarifärer Unsicherheiten vom Frühjahr auf den Herbst. Der IPO von Klarna läutet eine Serie bedeutender Börsengänge ein, wobei Unternehmen wie die Stablecoin-Firma Figure Technology und die Krypto-Börse Gemini der Winklevoss-Zwillinge ebenfalls demnächst an die Öffentlichkeit gehen werden.
Niclas Neglén, der Finanzvorstand von Klarna, betonte das Potenzial der Börsennotierung als Möglichkeit für neue Aktionäre und Konsumenten, an der Umgestaltung der Finanzdienstleistungsbranche teilzuhaben. Auch betonte Samuel Kerr von Mergermarket die konservative Bewertungspolitik des Unternehmens, die durchaus Beifall unter Anlegern findet.
Gegründet 2005, hat sich Klarna zu einem der führenden Anbieter im Bereich "Buy Now, Pay Later" entwickelt, u.a. durch eine exklusiv mit Walmart geschlossene Partnerschaft in den USA. Nun versucht das Unternehmen, sich als digitale Bank zu positionieren, und die Börsennotierung gilt als Schlüsseltest dafür.
Die IPO-Saison im Herbst eröffnet nach einem von Präsident Donald Trump gestörten Frühjahr eine zweite Chance für Börsengänge, obwohl politische Unsicherheiten und Handelskonflikte drohen. Russ Mould von AJ Bell sieht im erfolgreichen Aktienmarktdebüt potenziell einen Anreiz für weitere Fintech-Unternehmen, den Schritt an die Börse zu wagen.
Zu den Profiteuren des Börsengangs zählen einige frühere Investoren, darunter Sequoia Capital, während der Klarna-Mitgründer und CEO, Sebastian Siemiatkowski, seine Anteile behält und das Event metaphorisch als Hochzeit beschreibt: "Man bereitet sich lange vor, feiert, und danach lebt die Ehe weiter."

