Klares Signal: Deutsche Mittelständler richten den Blick verstärkt auf den Heimatmarkt

Der wachsende Protektionismus, insbesondere durch US-Zölle, bewegt deutsche Mittelständler zu einer strategischen Rückbesinnung auf den Heimatmarkt. Bei einer aktuellen Umfrage der DZ-Bank zeigt sich, dass mehr als die Hälfte (53 Prozent) der befragten Unternehmen ihre Vertriebsaktivitäten verstärkt auf Deutschland konzentrieren möchte. Ein ähnlicher Trend lässt sich beim Einkauf beobachten, wo über 50 Prozent der Unternehmen künftig stärker auf europäische oder heimische Lieferanten setzen wollen.
Hingegen bleibt das Interesse an unmittelbarer regionaler Vernetzung mit Lieferanten und Kunden vergleichsweise moderat. Überraschenderweise zeigen sich die direkten geschäftlichen Auswirkungen der Zölle bislang weniger dramatisch als befürchtet. In der Untersuchung berichteten lediglich 12 Prozent der etwa 1.000 befragten Unternehmen von direkten negativen Effekten. Das stellt eine leichte Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr dar, als noch 15 Prozent Besorgnis äußerten.
Indirekte Auswirkungen sind jedoch deutlich spürbar; insbesondere Firmen aus der Elektro-, Auto- und Chemiebranche sowie dem Maschinenbau klagen über nachlassende Nachfrage und erhöhte Kosten. Insgesamt geben 44 Prozent der Unternehmen an, von den Zöllen bisher weitgehend unberührt zu bleiben. Gleichwohl wird die stärkere Fokussierung auf den Heimatmarkt als nicht ausreichend angesehen, um die Abhängigkeit von bedeutenden Märkten wie den USA oder China entscheidend zu verringern. In diesem Zuge gewinnen Westeuropa, Mittel- und Osteuropa sowie Indien zunehmend an Bedeutung für die deutschen Mittelständler.

