Klare Absage für The Outer Worlds 3! Obsidian fokussiert sich auf das Avowed-Universum
Obsidian Entertainment durchlebt turbulente Zeiten, die selbst hartgesottene Rollenspiel-Enthusiasten nachdenklich stimmen dürften. Nachdem zwei der jüngsten Veröffentlichungen die kommerziellen Erwartungen von Microsoft verfehlt haben, vollzieht das renommierte Studio nun eine strategische Kehrtwende. Während treue Anhänger der Science-Fiction-Saga von The Outer Worlds auf eine Fortsetzung hoffen, erteilt das Entwicklerteam dieser Aussicht eine klare Absage – zumindest vorerst. Stattdessen richtet sich der Fokus auf ein völlig anderes fiktives Gefilde, das bereits etablierte Lore nutzt und offenbar vielversprechenderes Potenzial birgt.
Das Ende einer Weltraumodyssee
In einem Gespräch mit Bloomberg bestätigte Obsidian offiziell, dass The Outer Worlds 3 derzeit nicht in Planung ist. Diese Nachricht wird zahlreiche Bewunderer der satirisch angehauchten Weltraumkolonien enttäuschen, die auf eine Trilogie gehofft hatten. Allerdings bleibt The Outer Worlds 2 keineswegs verwaist: Das Studio kündigte zwei narrative Erweiterungen an, die das existierende Universum vertiefen sollen. Parallel dazu erhält Grounded 2, das bereits im Early Access beachtliche Erfolge feiert, kontinuierliche Aktualisierungen. Diese Entscheidung reflektiert vermutlich die ernüchternden Verkaufszahlen beider aktueller Großprojekte, die Microsoft dazu bewogen haben, die gesamte Herangehensweise des Studios zu überdenken.
Eora als vielversprechendes Fundament
Trotz der mauen Verkaufsleistung von Avowed plant Obsidian offenbar weitere Titel im selben Universum. Besonders faszinierend dabei: Avowed spielt in Eora, der Welt aus Pillars of Eternity – jener isometrischen Rollenspiel-Perle, die einst die Herzen klassischer CRPG-Liebhaber eroberte. Obwohl Regisseur Josh Sawyer wiederholt seine Begeisterung für ein mögliches Pillars of Eternity 3 geäußert hat, erscheint dessen Realisierung momentan unwahrscheinlich. Dennoch könnten andere Erlebnisse in Eora entstehen, vielleicht sogar eine Rückkehr zur isometrischen Perspektive der Vorgänger – diesmal jedoch mit substanziell üppigerer finanzieller Ausstattung. Die Möglichkeiten reichen von Spin-offs über Prequels bis hin zu Abenteuern, die andere Regionen oder Zeitperioden des Kontinents erkunden.
Vier Projekte und ein radikaler Kurswechsel
Gerüchte besagen, dass Obsidian gegenwärtig an vier verschiedenen Projekten werkelt, sowohl großformatige als auch kleinere Unternehmungen. Diese ambitionierte Palette demonstriert den Willen des Studios, sich trotz finanzieller Rückschläge nicht in die Defensive drängen zu lassen. Die Preisstrategie wurde bereits angepasst: Avowed erfuhr eine permanente Preissenkung auf 50 US-Dollar und erscheint am 17. Februar zusätzlich für PlayStation 5, was die Zugänglichkeit erheblich erweitert. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um das Ruder herumzureißen, bleibt abzuwarten – doch Obsidians Reputation für herausragende narrative Gestaltung und komplexe Charakterentwicklung sollte nicht unterschätzt werden.
Zwischen Nostalgie und Innovation
Die momentane Situation erinnert an frühere existenzielle Krisen des Studios, das beinahe Insolvenz anmelden musste, bevor es von Microsoft übernommen wurde. Jetzt steht Obsidian erneut vor der Herausforderung, seine künstlerische Vision mit kommerziellen Imperativen in Einklang zu bringen. Die Entscheidung, The Outer Worlds vorerst ruhen zu lassen, während gleichzeitig massiv in Eora investiert wird, mag manche verwundern – doch sie offenbart eine pragmatische Herangehensweise, die auf nachhaltigen Erfolg abzielt. Vielleicht erleben wir tatsächlich eine Renaissance der isometrischen Rollenspieltradition, die Obsidian einst so meisterhaft beherrschte.


