Kassenärzte fordern Kontaktgebühr: Streitpunkt im Gesundheitswesen
In der aktuellen Diskussion um die Finanzierung des Gesundheitssystems stoßen Forderungen nach neuen Gebühren für Praxisbesuche und Klinikaufenthalte auf vehemente Ablehnung. Patientenvertreter und Krankenkassen kritisieren die Vorschläge als ungerecht und unsozial.
Eugen Brysch, der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, verweist auf die bereits bestehenden hohen Belastungen für gesetzlich Versicherte durch Zusatzbeiträge und Zuzahlungen, die jährlich Milliardensummen generieren. Trotz eines Umsatzanstiegs von knapp zehn Prozent in den Arztpraxen, wirft Brysch den Akteuren vor, Qualitätsaspekte zu ignorieren.
Der Sozialverband Deutschland, vertreten durch Michaela Engelmeier, betont die negativen Folgen einer möglichen 'Kontaktgebühr', die vor allem chronisch Kranke und einkommensschwache Menschen treffen würde. Während die Kassenärztliche Bundesvereinigung unter Andreas Gassen eine Gebühr von drei bis vier Euro für Praxisbesuche ins Spiel bringt, denkt die Klinikbranche an eine Verdopplung der Zuzahlungen bei Krankenhausaufenthalten.
Diese Vorschläge stoßen jedoch auch beim Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen auf Widerspruch. Sprecher Florian Lanz kritisiert die Pläne als Ablenkung von notwendigen Reformen, die den unkontrollierten Anstieg der Gesundheitsausgaben effektiv eindämmen sollten.

