Kanzler Merz: Skepsis gegenüber europäischem Rüstungsprojekt FCAS
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat seine Zweifel an der Umsetzung des bedeutenden europäischen Rüstungsprojekts FCAS geäußert. In einem Interview berichtete Merz von Schwierigkeiten bei der Konzeption, die das gesamte Vorhaben gefährden könnten. Sollte keine Lösung für die divergierenden Anforderungen gefunden werden, stünde das Projekt möglicherweise vor dem Aus.
Das Future Combat Air System (FCAS), das ambitionierte Projekt der europäischen Verteidigungskooperation, soll das bislang größte und kostenintensivste Rüstungsprojekt des Kontinents werden. Es sieht ein fortschrittliches Luftkampfsystem vor, das mit Drohnen kooperiert und den jetzigen Eurofighter sowie Frankreichs Rafale ab 2040 ersetzt. Die finanziellen Dimensionen dieses Vorhabens sind enorm, mit geschätzten Kosten im dreistelligen Milliardenbereich.
Herausfordernd erweist sich insbesondere, dass die französischen Anforderungen an das Kampfflugzeug von denen der deutschen Streitkräfte abweichen. Im Detail benötigen die französischen Streitkräfte eine Maschine, die sowohl atomwaffenfähig als auch flugzeugträgerkompatibel ist – Spezifikationen, die in aktuellen Plänen der Bundeswehr keine Rolle spielen. Merz deutete an, dass eine Realisierung von FCAS möglicherweise im Rahmen eines alternativen Projektes in Zusammenarbeit mit Spanien und anderen Nationen in Betracht gezogen werden könnte.
Die Dringlichkeit einer Entscheidung über die Zukunft von FCAS wird durch den Zeitdruck verstärkt, da der Beschluss bereits mehrere Male vertagt wurde. Eine endgültige Entscheidung wird nun bis Ende Februar erwartet.

