Kaffeekrise in Amerika: Importzölle und Klimawandel bringen Röstereien ins Schwitzen
Die Ankündigung von Präsident Donald Trump, Zölle auf Importe aus verschiedenen Ländern einzuführen, hat die US-amerikanische Kaffeeindustrie schwer getroffen. Obwohl Kaffee in den USA kaum angebaut wird, fiel er überraschend unter die neuen Regelungen. Brasilien, einer der größten Kaffeelieferanten, sah sich ab August mit einem Importtarif von 50% konfrontiert. Chad Seegers von Low Country Coffee Roasters musste feststellen, dass die Preise für Rohkaffee aufgrund schlechter Witterungsbedingungen und der daraus folgenden Angebotsschocks bereits hoch waren. Diese Entwicklung, gepaart mit den neuen Zöllen, führte zu erheblichen Herausforderungen für Röstereien.
Die globale Kaffeeproduktion hat seit 2020 unter extremen Wetterbedingungen gelitten, was zu einem deutlichen Rückgang der verfügbaren Bestände von rund 59 Millionen auf 36 Millionen bis 37 Millionen Säcke im Jahr 2024 führte. Die Preise für Kaffee in den USA erreichten im August ein Rekordhoch von 8,87 Dollar pro Pfund, während die Futures-Preise für Arabica-Kaffee ebenfalls drastisch anstiegen. Brasilianischer Kaffeeexporte in die USA sind um über 75% eingebrochen, da Händler auf höhere Preise spekulieren.
Im Gegensatz dazu bleiben die Exporte aus Kolumbien und Vietnam stabil. Für Kaffeeröster wie Seegers bedeutet dies, dass sie ihre Mischungen ändern und auf Kaffee aus anderen Regionen umsteigen müssen. Die gestiegenen Rohstoffkosten führten dazu, dass Low Country Coffee Roasters seine Großhandelspreise erhöhen musste. Gleichzeitig haben die Zölle zu einem hohen administrativen Aufwand geführt, da unterschiedliche Preisniveaus für verschiedene Ursprungsregionen berücksichtigt werden müssen.
Trotz der Preissteigerungen hält Low Country Coffee Roasters an der Qualität fest, um ihre Kunden zufrieden zu stellen. Dennoch bleibt die Zukunft unsicher, da der Verbraucher möglicherweise gezwungen sein wird, auf günstigere, aber minderwertige Alternativen auszuweichen. Seegers berichtet, dass er die verstärkten Kosten weiterhin absorbiert, um die Qualität nicht zu gefährden. Trotz eines humorvollen Umgangs seines Teams mit der Situation, belastet die finanzielle Last das Unternehmen. Zudem warnt Thijs Geijer von ING, dass die Zölle bald auch das Einzelhandelsniveau erreichen könnten, was die Zukunft des amerikanischen Kaffeegenusses noch weiter verdüstert.

