Juristisches Tauziehen: Klimaschützer fordern Shells Stopp neuer Öl- und Gasprojekte
Der britische Öl- und Gaskonzern Shell steht erneut im Fokus der niederländischen Organisation Milieudefensie, die einen weiteren Rechtsstreit angestrengt hat. Ziel dieser rechtlichen Auseinandersetzung ist es, ein Gerichtsurteil zu erwirken, das Shells Engagement bei der Erschließung neuer Öl- und Gasfelder untersagt. Laut Donald Pols, dem Direktor von Milieudefensie, sei das Stoppen neuer fossiler Energieprojekte unabdingbar, um katastrophale Klimafolgen zu verhindern.
Bereits in einem früheren Prozess hatte die Umweltorganisation erfolgreich eine drastische Reduzierung der CO2-Emissionen gefordert, was von einem Gericht in Den Haag in einem wegweisenden Urteil bestätigt wurde. Doch dieser Sieg wurde in der Berufung 2024 zurückgenommen, woraufhin sich Milieudefensie nun auf die Verhinderung neuer Projekte konzentriert. Die Grundlage ihrer Argumentation ist die Einschätzung der Berufungsrichter, dass Shell eine besondere Verantwortung im Klimaschutz trage und Investitionen in neue Felder diesen Verpflichtungen möglicherweise zuwiderlaufen.
Die Frage nach Shells Verantwortung beim Thema Klimaschutz hatte 2021 global für Aufsehen gesorgt, als ein Gericht Shell dazu verdonnerte, nicht nur eigene Emissionen, sondern auch die von Zulieferern und Kunden zu reduzieren. Diese Anordnung wurde jedoch in der Berufung als unpraktikabel eingestuft. Der Fall liegt inzwischen beim Hohen Rat, und das Urteil lässt noch auf sich warten.
Von Shells Seite gibt es bislang keine Reaktion auf die neue Klage. Nach der positiven Wendung im Berufungsprozess hatte der niederländische Shell-Chef Frans Everts jedoch durchblicken lassen, dass das Unternehmen optimistisch sei, auch vor dem obersten Gerichtshof der Niederlande siegreich zu sein.

