Jenoptik: Lichtblicke in herausfordernden Zeiten durch Biophotonics
Der Technologiekonzern Jenoptik steht im dritten Quartal weiterhin einem herausfordernden Marktumfeld, insbesondere im Bereich der Halbleiterausrüstung, gegenüber. Obwohl Umsatz und Ergebnisse erneut hinter den Erwartungen des Vorjahres liegen, ist der Rückgang nicht so stark wie im ersten Halbjahr. Trotz dieser Herausforderungen musste der Konzern seine Jahresprognose nach unten korrigieren.
Positiv zu vermerken ist jedoch, dass Jenoptik eine zunehmende Anzahl von Aufträgen verbuchen konnte. Ein Hoffnungsschimmer ist insbesondere im Bereich Biophotonics zu sehen, der maßgeblich zur verbesserten Nachfragedynamik beiträgt. Unternehmenschef Stefan Traeger hob in einer Mitteilung hervor, dass diese Sparte den Aufschwung im dritten Quartal angeführt habe. Biophotonics fokussiert sich auf Lösungen im Bereich der Lichtquellen und Bildgebungssysteme, was besonders in den Bereichen Life Science und Medizintechnik gefragt ist.
Die erfreulichen Aspekte der Quartalszahlen wurden an der Börse positiv aufgenommen. Die im SDax gelistete Jenoptik-Aktie verzeichnete im Frühhandel einen zweistelligen prozentualen Anstieg und schloss mit einem Gewinn von rund neun Prozent bei 20,26 Euro. Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank lobte insbesondere den Bereich Biophotonics und bestätigte die insgesamt überzeugende Auftragslage des Unternehmens.
Im Kontext der Halbleiterindustrie erwartet der Vorstand infolge der angekündigten Investitionen diverser KI-Unternehmen eine positive Entwicklung, sieht jedoch auch fortdauernde Unsicherheiten, etwa durch Zolldiskussionen. Daher hat Jenoptik für das Gesamtjahr eine vorsichtigere Prognose herausgegeben. Für 2025 rechnet der Vorstand, die bisherige Prognosespanne bei Umsatz und operativer Marge nur im unteren Bereich zu erreichen, wobei ein Umsatzrückgang von bis zu fünf Prozent nicht ausgeschlossen wird.
Im dritten Quartal sank der Umsatz des Thüringer Unternehmens um gut sieben Prozent auf knapp 255 Millionen Euro, während das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 10,4 Prozent auf 53 Millionen Euro zurückging. Die Ebitda-Marge reduzierte sich von 21,6 auf 20,8 Prozent. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat Jenoptik ein Sparprogramm initiiert, das sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befindet.
Der Konzern, der aus dem Carl-Zeiss-Konzern hervorgegangen ist, setzt weiterhin auf die Fokussierung auf Wachstumsmärkte wie Halbleiter, Elektronik, Medizintechnik, Biowissenschaften und Smart Mobility. Nach dem Verkauf der Militärtechniksparte Vincorion an Star Capital hat sich Jenoptik durch Übernahmen wie die von Trioptics gestärkt. Der Bau einer Fabrik für Halbleiterausrüstung in Dresden wurde 2024 abgeschlossen, und der Automatisierungsspezialist Prodomax steht noch zum Verkauf. Jenoptik, einer der wenigen börsennotierten Technologiekonzerne in Ostdeutschland, beschäftigt rund 4.200 Mitarbeiter und ist führend in der Entwicklung optischer Systeme, Laser und Messtechnik für vielfältige industrielle Anwendungen sowie Verkehrsüberwachung.

