Israel weitet Offensive in Gazastreifen aus
Die israelische Armee hat ihre Offensive im südlichen Gazastreifen ausgedehnt. Heftige Zusammenstöße zwischen israelischen Soldaten und Mitgliedern der islamistischen Hamas-Miliz wurden am Montag im Westen von Chan Junis gemeldet. Die Kämpfe fanden in unmittelbarer Nähe von zwei Krankenhäusern und Zeltlagern für Flüchtlinge aus dem Norden des Gazastreifens statt. Der Palästinensische Rote Halbmond sprach von zahlreichen Toten und Verletzten.
Medienberichten zufolge bestätigte das Militär, dass ein größerer Vorstoß in den bisher nicht eingenommenen Bereich im Westen von Chan Junis unternommen wurde. Der Einsatz soll mehrere Tage dauern und hat zum Ziel, die Hamas-Brigade von Chan Junis kampfunfähig zu machen. Bisher wurden 50 Hamas-Kämpfer, darunter ein Kompaniekommandant, getötet. Auf israelischer Seite gab es drei gefallene Soldaten.
Die Armee ist sich darüber im Klaren, dass sie in einem dicht bevölkerten Gebiet operiert. Gleichzeitig sieht sie sich jedoch immer wieder Angriffen von Hamas-Terroristen aus Krankenhäusern, Moscheen und Wohngebieten ausgesetzt.
Chan Junis gilt als Hochburg der Hamas, deren Anführer im Gazastreifen, Jihia al-Sinwar, von dort stammt. Die Hamas hat auch dort ein weitläufiges Tunnelsystem angelegt. Der Aufenthaltsort von Al-Sinwar und seiner Führungsriege ist jedoch nicht bekannt.
Der Krieg wurde durch das schlimmste Massaker in der Geschichte Israels ausgelöst, das am 7. Oktober von Hamas-Terroristen und anderen extremistischen Gruppen im Süden Israels verübt wurde. Auf israelischer Seite wurden dabei 1.200 Menschen getötet. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen und einer Bodenoffensive. Laut der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden bisher mehr als 25.000 Menschen getötet. Diese Zahlen konnten vorerst nicht unabhängig überprüft werden. (eulerpool-AFX)

