Israel öffnet Tore für humanitäre Hilfe im Gazastreifen
Eine bedeutende Entwicklung verspricht Entlastung für die notleidende Zivilbevölkerung im Gazastreifen: Nach Angaben der EU hat Israel zugestimmt, die humanitäre Versorgung in der abgeriegelten Region zu verbessern. Wie die Außenbeauftragte der EU, Kaja Kallas, mitteilte, beinhaltet die Vereinbarung eine erhebliche Steigerung der Lieferungen von Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern.
Diese sollen per Lastwagen über mehrere wiedereröffnete Grenzübergänge erfolgen. Bestätigungen aus Israel hingegen stehen noch aus. Die Initiative sieht vor, dass jordanische und ägyptische Routen reaktiviert werden und öffentliche Einrichtungen wie Bäckereien im Gazastreifen die Verteilung der Hilfsgüter übernehmen können. Zusätzlich ist die Lieferung von Treibstoff an Hilfsorganisationen geplant, um die Infrastruktur, etwa in Bezug auf Stromversorgung und Wasserentsalzung, zu reparieren und zu betreiben.
Der Schutz der Helfer vor Ort soll ebenfalls verbessert werden. Die EU betonte, dass Mechanismen existieren werden, um sicherzustellen, dass keine Hilfe in die Hände der Hamas fällt. In den letzten Wochen nahm der Druck auf die israelische Regierung zu, ausgelöst durch einen Bericht des EU-Auswärtigen Dienstes. Dieser kritisierte Israels Handhabung im Gazastreifen im Kontext der gemeinsamen Prinzipien mit der EU; eine Reaktion der Mitgliedsstaaten war die Forderung nach einer Aussetzung des EU-Israel-Partnerschaftsabkommens.
Die humanitäre Lage in Gaza bleibt jedoch prekär. Berichte von der UN und internationalen Hilfsorganisationen zeichnen ein düsteres Bild. Es droht eine Hungerkatastrophe, und die Not in der Bevölkerung ist groß, wie Berichte über Plünderungen belegen.
Aktuell ist die Gaza Humanitarian Foundation für die Hilfsgüterverteilung verantwortlich, die versucht, einen alternativen Weg zur UN-Beteiligung zu bieten und die Aneignung von Hilfsmitteln durch Hamas zu verhindern. Obwohl die Stiftung umstritten ist und es zu Zwischenfällen gekommen ist, gibt es Berichte über eine Ausweitung der Hilfslieferungen im nördlichen Gazastreifen. Die israelische Behörde Cogat informiert dazu laufend über die Einfuhr von Gütern via sozialen Medien.
Parallel dazu sind auch die diplomatischen Bemühungen um eine Waffenruhe noch nicht erfolgreich. Israel und die Hamas müssen noch eine Vielzahl von Differenzen klären, wobei die USA eine Waffenruhe bis Wochenmitte ins Auge fasst, allerdings auch eine Verlängerung in Erwägung zieht.

