Isar Aerospace: Ein Hoffnungsschimmer für Europas Raumfahrt
Der Aufstieg des deutschen Raketenherstellers Isar Aerospace könnte einen Wendepunkt für Europas Position in der Raumfahrt markieren. Nachdem das Unternehmen aus Ottobrunn bei München zwei prestigeträchtige Aufträge von der Europäischen Union und der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) erhielt, ist der Plan klar: Zwei Missionen sollen für ein niederländisches und ein französisches Unternehmen ab 2026 vom Raumhafen Andøya in Norwegen starten.
Die Entwicklungsreise der "Spectrum"-Trägerrakete war bisher turbulent. Der erste Testflug endete nach nur 30 Sekunden mit einem Absturz. Unbeeindruckt von diesem Rückschlag, plant Isar Aerospace, kommerzielle Flüge zu realisieren, die als Nutzlast Satelliten des niederländischen Herstellers Isispace und ein satellitengestütztes Wartungssystem des französischen Unternehmens Infinite Orbits transportieren werden.
Die derzeitige Lage der europäischen Raumfahrt ist ernüchternd. Europa hat Schwierigkeiten, Satelliten eigenständig ins All zu befördern, was die Luft- und Raumfahrtindustrie zunehmend frustriert. Im Vergleich zu den über 220 Raketenstarts weltweit im vergangenen Jahr, die größtenteils von den USA und China dominiert wurden, kann Europa lediglich vier Starts verbuchen.
Diese Rückstände sind auf Verzögerungen bei der Entwicklung der ESA-Trägerrakete Ariane 6 zurückzuführen. In dieser Lücke blühte besonders das US-Unternehmen SpaceX von Elon Musk auf, das mittlerweile regelmäßig europäische Satelliten in den Orbit befördert. Nun bietet sich Isar Aerospace die Chance, diese Abhängigkeit zu reduzieren und Europas Raumfahrtsektor neu zu beleben.

