Iran erklärt Trump zur Persona non grata – Vorwürfe wegen Protesten
Im Machtzentrum Teherans sorgt derzeit ein verbaler Schlagabtausch für Aufsehen: Irans geistliches Oberhaupt, Ajatollah Ali Chamenei, erhebt schwere Anschuldigungen gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Inmitten seiner Anhänger behauptete Chamenei, Trump habe persönlich in die jüngsten Massenproteste im Iran eingegriffen, die Aufständischen ermutigt und ihnen Mut zugesprochen, trotz der Risiken weiterzumachen. Die iranische Führung sieht den Ex-Präsidenten als direkten Verantwortlichen für die zahlreichen Opfer und Schäden, die durch die landesweiten Proteste entstanden sind. Besonders verwerflich sei die Verbreitung von Verleumdungen gegen das iranische Volk. Chamenei, dessen Worte von der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews wiedergegeben wurden, betonte, dass Amerika zur Rechenschaft gezogen werden müsse.
Ursprünglich wurden die Proteste Ende Dezember durch eine gravierende Wirtschaftskrise und eine stark ansteigende Inflation entfacht. Rasch wandelten sich die Demonstrationen jedoch von wirtschaftlichen Anliegen zu einer kraftvollen politischen Bewegung, die sich gegen die autoritären Strukturen der Islamischen Republik richtete. Die Sicherheitskräfte reagierten mit Gewalt, und Menschenrechtsgruppen berichten von über 3.400 Todesopfern. Aufgrund der herrschenden Informationskontrolle im Land bleiben die genauen Zahlen allerdings unklar.

