Internet-Upgrade: Bundesnetzagentur plant DSL-Aus für schnelleres Glasfaserinternet
Die Bundesnetzagentur hat ein Vorhaben vorgestellt, das die Deutsche Telekom betrifft: Die Regulierungsbehörde plant eine graduelle Abschaltung von DSL und VDSL, um so den Weg für die schnellere Glasfasertechnologie freizumachen. Diese Technologie bietet stabileres und schnelleres Internet und soll daher flächendeckend ausgebaut werden. Die Abschaltungen könnten ab 2030 in bestimmten Regionen beginnen, wobei die Investitionen in Glasfasernetze so endlich größere Renditen erzielen könnten.
Trotz hoher Investitionen in den Glasfaserausbau bleibt die tatsächliche Nutzung dieser Technologie in Deutschland bisher gering. Zum Jahreswechsel verzeichnete eine Marktstudie des Branchenverbandes VATM noch 23 Millionen DSL- und VDSL-Anschlüsse in deutschen Haushalten und Unternehmen. Zwar gab es einen moderaten Rückgang, jedoch steigt die Anzahl der Glasfaseranschlüsse deutlich schneller an. Bis 2025 sollen 24,8 Millionen Haushalte darüber verfügen können, wobei die Telekom und Konkurrenten wie Deutsche Glasfaser den Ausbau vorantreiben.
Die Deutsche Telekom zeigt sich zurückhaltend gegenüber einer Zwangsabschaltung und plädiert für Wettbewerb statt regulatorischer Vorgaben, da sie befürchtet, Kunden an Wettbewerber zu verlieren, sollte die Abschaltung zu abrupt erfolgen. Daneben fordert die Telekom, dass auch Internetanschlüsse über Fernseh-Kupferkabel, von Anbietern wie Vodafone genutzt, in die Betrachtung einbezogen werden.
Das Konzeptpapier der Netzagentur regt einen Umschwung von Kupfer- zu Glasfaseranschlüssen an, wobei 80 Prozent der Haushalte in einem Gebiet bereits über Glasfaser verfügen sollten. Wettbewerbsvorteile könnten künftig durch "Open Access" gewährleistet werden, eine Regelung, die Telekom-Konkurrenten verpflichtet, ihre Glasfasernetze für alle Anbieter zu öffnen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfordert umfassende Fristen, sodass erste DSL-Abschaltungen frühestens 2030 erfolgen könnten.
Klaus Müller, Chef der Netzagentur, betont die Wichtigkeit eines informierten Wechsels zur Glasfasertechnologie und hebt die Vorteile für die Verbraucher hervor, die künftig zwischen verschiedenen Anbietern zu fairen Preisen wählen können.

