Intel: Auf Sanierungskurs von Engpässen gebremst
Der renommierte Chip-Gigant Intel stellt sich auf holprige Zeiten ein, da die Lieferengpässe dem Sanierungsplan des Unternehmens im Wege stehen. Die Umsatzprognose von 11,7 bis 12,7 Milliarden Dollar für das laufende Quartal enttäuscht die Wall Street: Die Intel-Aktie geriet nachbörslich unter Druck und verlor zeitweise mehr als sechs Prozent an Wert.
Besonders problematisch aus Sicht von Analyst Jay Goldberg von Seaport Research, der sich unter anderem im US-Sender CNBC dazu äußerte, ist die Knappheit bei Speicherchips. Diese könnte sich negativ auf die Produktion von PCs mit Intel-Chips auswirken. Der Engpass resultiert daraus, dass die Nachfrage nach Speicherlösungen für KI-Rechenzentren die bestehenden Produktionskapazitäten deutlich belastet.
Im zurückliegenden Quartal gelang es Intel, trotz rückläufiger Umsätze und anhaltender Verluste, die Erwartungen der Analysten zu übertreffen. Die Erlöse reduzierten sich im Jahresvergleich um vier Prozent auf 13,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen meldete einen Verlust von 591 Millionen Dollar, nach roten Zahlen von 126 Millionen Dollar im Vergleichsquartal des Vorjahres.
Unter der Führung von Lip-Bu Tan, der seit knapp einem Jahr an der Spitze steht, versucht Intel durch strategische Kostensenkungen, die Krise zu bewältigen. Als Teil dieser Strategie hat das Unternehmen die Pläne zum Bau eines Werks in Magdeburg aufgegeben. Im August erhielt der US-Staat einen Anteil von rund zehn Prozent an Intel. Dies geschah unter dem Druck von Präsident Donald Trump, als Gegenleistung für vorher unentgeltlich zugesagte Milliarden-Subventionen. Seitdem hat sich der Aktienkurs verdoppelt.
Intel, einst führend im Halbleitermarkt, steht vor anhaltenden Herausforderungen. Insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz hat der Grafikkarten-Spezialist Nvidia eine führende Position eingenommen. Zudem sieht sich Intel auch im traditionellen Geschäft mit PC-Prozessoren und Chips für Rechenzentren einem gesteigerten Wettbewerbsdruck ausgesetzt.

