Innovation zwischen Risiko und Wandel: WEF-Chef Børge Brende über die Zukunft der Weltwirtschaft
Im Zuge umfassender Investitionen in Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen warnt der Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums (WEF), Børge Brende, vor möglichen Risiken einer Blasenbildung. Die globale Wirtschaft habe sich angesichts geopolitischer Turbulenzen bemerkenswert robust gezeigt, so Brende im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er hob hervor, dass vor allem Investitionen in moderne Technologien wie KI die derzeitige Wirtschaftsdynamik maßgeblich beeinflussen.
Allein im aktuellen Jahr flossen 500 Milliarden US-Dollar in den Bereich der Künstlichen Intelligenz, was Befürchtungen hinsichtlich potenzieller Blasenbildungen entfacht hat, sei es im Sektor der Kryptowährungen oder der KI. Brende unterstrich die Notwendigkeit von Geduld, da bislang die Erträge solcher Investitionen auf sich warten lassen.
Dennoch bietet die technologische Transformation auch vielversprechende Chancen, erklärte Brende. In den kommenden zehn Jahren könnten signifikante Produktivitätssteigerungen erzielt werden, was letztlich zu größerem Wohlstand beiträgt. Künstliche Intelligenz könnte für entscheidende Fortschritte in wichtigen Sektoren wie Medizin, Raumfahrt oder Energie sorgen und damit für einen tiefgreifenden Wandel sorgen.
Der aus Norwegen stammende Brende, der nach dem Rückzug von Gründer Klaus Schwab das Aushängeschild des WEF ist, bereitet sich auf die 56. Jahrestagung des Forums vor, die vom 19. bis 23. Januar 2026 in Davos stattfinden wird. Zahlreiche hochrangige Vertreter aus Politik und Wirtschaft werden erwartet.
Brende äußerte auch Bedenken angesichts der globalen geopolitischen Instabilität. Die bestehenden Konflikte, insbesondere zwischen China und den USA, stellen für die Weltwirtschaft eine erhebliche Unsicherheitsquelle dar. Die Spannungen zwischen diesen beiden Großmächten seien im Grunde genommen ein Ringen um technologische Vorherrschaft, betonte Brende.
Schließlich plädierte er für eine kollektive Herangehensweise an globale Herausforderungen, wie Cyberkriminalität oder potenziellen Pandemien. Der WEF-Präsident prognostizierte zudem eine Wiederbelebung großer regionaler Abkommen, und betonte, dass die Welt zunehmend komplex und weniger optimal strukturiert sein könnte.

