Inflationsrate in Deutschland stabilisiert sich im Juli
Die jüngste Entwicklung der Verbraucherpreise in Deutschland zeigt eine anhaltende Stabilität. Laut Statistischem Bundesamt kletterten Preise von Waren und Dienstleistungen im Juli ähnlich wie im Vormonat um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater betrachtet die auslaufende Inflationswelle als beruhigendes Zeichen, dass sich die Haushalte allmählich an das neue Preisniveau angleichen, unterstützt durch entsprechend gestiegene Löhne.
Besonders die Preise für Dienstleistungen und Lebensmittel treiben die Entwicklung voran, mit einem Anstieg von 3,1 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent. Interessanterweise scheinen Energiepreise die allgemeine Teuerung momentan zu dämpfen, obgleich der Einfluss geringer als in der jüngeren Vergangenheit ist. Die sogenannte Kerninflation bleibt mit 2,7 Prozent jedoch ein Grund zur Wachsamkeit, wie Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer betont. Eine lebhaftere Wirtschaftslage könnte hier ein erneutes Risiko darstellen.
Die Europäische Zentralbank hält derweil an einem stabilen Leitzins von 2,0 Prozent fest, nachdem eine Serie von Zinssenkungen die Inflation in Schach gehalten haben. Dennoch könnte eine zukünftige Diskussion über den Kurs der Geldpolitik neue Impulse liefern, da sowohl Unterstützer als auch Gegner einer lockeren Haltung ihre Argumente für den Herbst vorbereitet haben.
Für das restliche Jahr erwartet die Bundesbank eine Inflationsrate nahe der Zwei-Prozent-Marke. Auch der Sachverständigenrat sieht diese Entwickung in ihren Prognosen für 2025 bestätigt. Dies alles ist im Kontext der dramatischen Preissteigerungen nach dem Ukraine-Krieg und dem jetzigen Rückgang auf ein moderateres Niveau zu verstehen, was die ökonomische Situation deutlich verändert.

