Infineons Investitionsoffensive: Unterstützung durch KI-Boom

Der führende Chiphersteller Infineon hat seine Investitionen für das laufende Geschäftsjahr drastisch erhöht, um den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten im Bereich künstliche Intelligenz (KI) voranzutreiben. Dieses Unterfangen soll besonders die Stromversorgung von KI-Rechenzentren stärken und bedarf einer Aufstockung der Investitionen für das Jahr 2025/26 auf insgesamt 2,7 Milliarden Euro – 500 Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant. Ein erheblicher Teil dieser Mittel wird in die Fabrik in Dresden fließen, wie das Unternehmen in Neubiberg bekanntgab.
Infineons Vorstandsvorsitzender Jochen Hanebeck betont, dass die starke Nachfrage im Bereich der künstlichen Intelligenz dem Unternehmen Rückenwind verleihe. Die Fokussierung liege zunächst auf der Stromversorgung für KI-Rechenzentren; in den kommenden Jahren wird die Netzinfrastruktur in den Ausbauplänen eine größere Rolle spielen. Trotz eines ansonsten gedämpften Marktumfelds erwartet das Unternehmen im Geschäftsjahr 2027 Einnahmen von 2,5 Milliarden Euro aus diesem Bereich, wobei der aktuelle Umsatz bei 1,5 Milliarden Euro liegt.
An der Börse wurden die Neuigkeiten zunächst positiv aufgenommen, aber die Kursgewinne der Infineon-Aktie gaben bald nach und setzten ihren Abwärtstrend fort. Analysten wie Janardan Menon von Jefferies und Simon Coles von Barclays lobten jedoch die langfristigen Wachstumsziele des Unternehmens im KI-Segment. Infineon plant, den Umsatzanteil der KI-Chips von derzeit 10 auf 15 Prozent zu steigern.
Trotz einer allgemeinen Marktherausforderung und einem leichten Rückgang des Umsatzes im ersten Quartal um sieben Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro, bleibt die operative Marge stabiler als erwartet. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt einen moderaten Umsatzanstieg und eine Marge im oberen Zehner-Prozentbereich.
Zusätzlich stärkt Infineon durch die Übernahme eines Teils des Sensorgeschäfts von AMS Osram seine Marktposition in der Sensorentechnologie. Diese strategische Akquisition wird den Gewinn pro Aktie steigern und zukünftige Synergien versprechen, da Teile der Produktion nach Malaysia verlagert werden. Die Finanzierung erfolgt durch Fremdkapital, wobei Analysten wie Malte Schaumann von Warburg die Übernahme als wertsteigernd bewerten.

