Infineon-Aktie sehr schwach: Jochen Hanebeck beerbt Reinhard Ploss als Infineon-CEO

Der bisherige Chef des Tagesgeschäfts, Jochen Hanebeck, werde zum 1. April 2022 neuer Vorstandsvorsitzender, teilte der DAX-Konzern am Donnerstagabend in Neubiberg bei München mit. Dies habe der Aufsichtsrat beschlossen.

Die interne Lösung konnte die Aktie nicht stützen. Das Papier verlor am Freitag letztlich 4,2 Prozent auf 39,58 Euro, nachdem neue Virussorgen die Aktienmärkte weltweit belasten und für Kursverluste sorgen. Der DAX knickte im Sog dessen um vier Prozent ein. UBS-Analyst Francois-Xavier Bouvignies nannte die Lösung bei Infineon stimmig. Hanefeld sei für die Integration der Übernahmen von International Rectifier sowie Cypress ebenso mitverantwortlich gewesen wie für große Investitionsprojekte, darunter für den Ausbau der Chipfakriken in Kulim und Villach. Mit der Entscheidung pro Hanebeck sei ein großer Strategiewechsel daher nicht zu erwarten.

Hanebeck wurde 1968 geboren und gehört dem Infineon-Vorstand seit 2016 an. Sein neuer Vertrag als Vorstandschef läuft den Angaben zufolge bis Ende März 2027. "Jochen Hanebeck hat bereits über viele Jahre in unterschiedlichen Führungspositionen wesentlich zum profitablen Wachstumskurs von Infineon beigetragen. Mit ihm als Vorstandsvorsitzenden wird das Unternehmen seinen Erfolg auch in den vor uns liegenden, zweifellos sehr anspruchsvollen Zeiten fortsetzen", kommentierte der Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Eder die Entscheidung.

Ploss führt das Unternehmen seit 2012. Sein Vertrag lief ursprünglich noch bis Ende 2022. Zuvor war bereits bekanntgegeben worden, dass der 1955 geborene Infineon-Chef für keine weitere Amtszeit zur Verfügung steht. Zu Fragen nach seiner Nachfolge hatte er sich zuletzt bedeckt gehalten. Nach seinem Wunschnachfolger gefragt, hatte er auf seine vier "fantastischen" Kollegen und Kolleginnen im Vorstand verwiesen.

Die Geschäfte von Infineon boomen derzeit. Die Nachfrage ist jedoch höher als das Angebot - etwa in der Autoindustrie sind die Halbleiter knapp. Chiphersteller fahren daher weltweit ihre Kapazitäten hoch. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich der Gewinn von Infineon auf 1,17 Milliarden Euro mehr als verdreifacht, und das Unternehmen erzielte den höchsten Umsatz seiner Geschichte. Auch für das kommende Geschäftsjahr ist der Konzern zuversichtlich und hat seine Prognose leicht erhöht.

/nas/stw/tos/men/eas

NEUBIBERG (dpa-AFX)

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[finanzen.net] · 26.11.2021 · 17:53 Uhr
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