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Indien im Zangengriff der Großmächte

15. August 2025, 20:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Indien im Zangengriff der Großmächte
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Zollhammer aus Washington – US-Präsident Trump verdoppelt die Strafzölle auf indische Importe auf 50 %, weil Neu-Delhi weiterhin russisches Öl kauft – ein Schritt, der Moskau in die Karten spielt.
Putin führt Gespräche mit Xi Jinping und Modi, um vor Trump Rückendeckung zu sichern. Trumps Zölle drängen Indien näher an den Osten, doch Neu-Delhi bleibt autonom.

Telefonoffensive aus Moskau

Wenige Tage vor dem Gipfel mit Donald Trump in Alaska klingelten in Moskau gleich mehrfach die Drähte heiß. Wladimir Putin sprach mit Chinas Staatschef Xi Jinping, Indiens Premier Narendra Modi und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Offiziell ging es um bilaterale Beziehungen – in Wahrheit um Rückendeckung, bevor man Trump gegenübertritt.

Putin weiß: Die geopolitische Lage ist angespannt. China und Russland haben in den letzten Jahren eine strategische Achse geschmiedet, die gezielt an den Grundfesten westlicher Institutionen rüttelt. Indien dagegen balanciert zwischen beiden Lagern – und könnte für Moskau zum entscheidenden Puzzlestück werden.

Trumps Zollhammer trifft Neu-Delhi

Auslöser des aktuellen Tauziehens ist eine Entscheidung aus Washington. Weil Indien weiterhin vergünstigtes russisches Öl importiert, hat Trump die Strafzölle verdoppelt – auf nun insgesamt 50 Prozent. China bekam dagegen eine Atempause: Im Zollstreit verlängerte Trump die Frist um 90 Tage, der Aufschlag bleibt vorerst bei 30 Prozent.

Für Moskau ein Geschenk. Die Strafmaßnahmen könnten Indien politisch näher an den Osten rücken. Doch so einfach lässt sich Neu-Delhi nicht in ein Bündnis pressen..

„Indien war nie und wird niemals antiwestlich sein“, sagt Amrita Narlikar

Alte Freundschaft, neue Vorsicht

Russland ist seit den 1960er-Jahren einer der wichtigsten Partner Indiens – vor allem im Rüstungsbereich. Zeitweise stammten bis zu 70 Prozent der indischen Waffenimporte aus Moskau. Auch heute bleibt Russland bei Schlüsseltechnologien unersetzlich.

Gleichzeitig hat Modi in den letzten Jahren Waffen aus den USA, Frankreich und Israel eingekauft und militärische Übungen mit westlichen Partnern durchgeführt. 2022 nahmen indische Soldaten innerhalb weniger Wochen sowohl an einem russischen Manöver in Sibirien als auch an einem Luftwaffentraining in Australien teil – mit Deutschland, den USA und Japan.

Strategische Achse gegen den Westen – Seit 2022 vertiefen Russland und China ihre Kooperation, bauen alternative Zahlungssysteme auf und umgehen westliche Sanktionen.

Die ungleiche Achse Peking–Moskau

Während Indien laviert, hat sich das Verhältnis zwischen China und Russland deutlich verfestigt. Peking kauft russisches Öl und Gas zu Vorzugspreisen, liefert dafür Maschinen und Elektronik. Im UN-Sicherheitsrat blockiert China westliche Vorstöße und bietet Moskau internationale Bühnen wie die BRICS-Treffen.

Das gemeinsame Ziel: den Einfluss von NATO, EU und IWF zurückdrängen und eigene, unabhängige Strukturen etablieren – von alternativen Zahlungssystemen bis zu militärischen Partnerschaften. Für China ist der Ukraine-Krieg ein willkommenes Ablenkungsmanöver, das dem Westen Ressourcen entzieht.

Indiens strategische Autonomie

„Indien war nie und wird niemals antiwestlich sein“, sagt Amrita Narlikar, Politikwissenschaftlerin und Leiterin des indischen Thinktanks Observer Research Foundation. Eine Allianz mit China? Für Neu-Delhi undenkbar – nicht zuletzt wegen Pekings Unterstützung für Pakistan.

Modi setzt stattdessen auf „Multi-Alignment“: wirtschaftliche Projekte mit Russland und China, sicherheitspolitische Kooperation mit den USA, Japan und Europa. Auch Initiativen wie „BRICS Pay“ unterstützt Indien – vor allem aus wirtschaftlichem Eigeninteresse. Ziel ist eine multipolare Welt, in der kein Staat die alleinige Vormachtstellung innehat.

Europas Spielraum

Dass im Westen schon kleinste Annäherungen an Peking als strategische Kehrtwende gewertet werden, sagt viel über die Nervosität in Europa und den USA. Narlikars Rat: Jetzt das EU-Indien-Freihandelsabkommen vorantreiben. Das würde Neu-Delhi helfen, sich von russischer Rüstungstechnik zu lösen – und verhindern, dass wirtschaftliche Chancen an China fallen.

Was Alaska entscheidet

Das Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska wird in Neu-Delhi und Peking genau verfolgt. Sollte Trump Russland Zugeständnisse machen, ohne die Ukraine oder Europa einzubinden, wäre das ein Triumph für den Kreml – und ein weiterer Schub für Chinas „alternative“ Weltordnung.

Indien aber bleibt der unberechenbare Faktor: zu groß, zu eigenständig und zu erfahren, um sich einem Block unterzuordnen. Wer Modi gewinnen will, muss ihm mehr bieten als Strafzölle und schöne Worte.

Politik / Geopolitik / Indien / Russland / China
[InvestmentWeek] · 15.08.2025 · 20:00 Uhr
[1 Kommentar]
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