Importpreise im Juli gestiegen

28. August 2026, 08:08 Uhr · Quelle: dts Nachrichtenagentur
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Import- und Exportpreise legten im Juli 2026 deutlich zu, vor allem bei Energie und Vorleistungsgütern.

Wiesbaden - Die Importpreise sind im Juli 2026 um 6,8 Prozent höher als im Juli 2025 gewesen. Im Juni 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +6,1 Prozent gelegen, im Mai 2026 ebenfalls bei +6,8 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mitteilte, stiegen die Einfuhrpreise im Juli 2026 gegenüber Juni 2026 um 0,2 Prozent.

Die Exportpreise waren im Juli 2026 um 4,2 Prozent höher als im Juli 2025. Dies war der stärkste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat seit Februar 2023 (+6,6 Prozent gegenüber Februar 2022). Im Juni 2026 hatte die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei +3,5 Prozent gelegen, im Mai 2026 bei +3,4 Prozent. Gegenüber Juni 2026 stiegen die Ausfuhrpreise im Juli 2026 um 0,4 Prozent.

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Importpreise im Juli 2026 gegenüber Juli 2025 hatte erneut der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter mit +10,2 Prozent (-0,5 Prozent gegenüber Juni 2026) und für Energie mit +26,4 Prozent (+1,3 Prozent gegenüber Juni 2026).

Bei den Vorleistungsgütern waren insbesondere Nicht-Eisen-Metalle und deren Halbzeug mit +26,0 Prozent deutlich teurer als im Vorjahresmonat, darunter Kupfer und Halbzeug daraus mit +33,0 Prozent, Edelmetalle und deren Halbzeug mit +25,1 Prozent und Aluminium und Halbzeug daraus mit +20,4 Prozent. Auch die Preissteigerungen bei importierten Kunststoffen in Primärformen (+17,8 Prozent) und elektronischen Bauelementen (+15,0 Prozent) hatten einen wesentlichen Einfluss auf die Preisentwicklung bei den Vorleistungsgütern.

Besonders stark wirkte sich der Krieg im Nahen Osten weiterhin auf die Energiepreise im Vorjahresvergleich aus. Im Vergleich zu Juli 2025 stiegen die Importpreise für Mineralölerzeugnisse (+47,5 Prozent), Erdöl (+22,3 Prozent), elektrischen Strom (+19,7 Prozent), Erdgas (+18,8 Prozent) und Steinkohle (+17,5 Prozent) deutlich. Bei den Mineralölerzeugnissen verteuerten sich im Vorjahresvergleich insbesondere Schmier- und andere Öle (+99,0 Prozent), Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin (+62,6 Prozent), Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl (+52,4 Prozent) und Motorenbenzin (+50,3 Prozent).

Im Vergleich zum Vormonat Juni 2026 waren insbesondere Mineralölerzeugnisse (+10,2 Prozent) teurer. Vor allem für importierten Dieselkraftstoff und leichtes Heizöl (+14,9 Prozent), für Flugturbinenkraftstoff aus Kerosin (+14,1 Prozent) und für Motorenbenzin (+8,5 Prozent) musste mehr bezahlt werden als einen Monat zuvor.

Erdgas verteuerte sich im Vormonatsvergleich um 4,5 Prozent, Steinkohle um 3,4 Prozent. Dagegen sanken gegenüber Juni 2026 die Preise für Erdöl (-7,7 Prozent) und elektrischen Strom (-4,0 Prozent).

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise stiegen die Importpreise im Juli 2026 gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,8 Prozent (+0,1 Prozent gegenüber Juni 2026). Lässt man nur Erdöl und Mineralölerzeugnisse außer Betracht, lag der Importpreisindex 5,4 Prozent über dem Stand von Juli 2025 (+0,3 Prozent gegenüber Juni 2026).

Auch importierte Investitionsgüter waren im Vorjahres- und im Vormonatsvergleich teurer, und zwar um 3,5 Prozent gegenüber Juli 2025 und um 0,4 Prozent gegenüber Juni 2026.

Importierte landwirtschaftliche Güter waren im Juli 2026 im Durchschnitt 2,1 Prozent billiger als im Vorjahresmonat, verteuerten sich aber gegenüber Juni 2026 um 2,3 Prozent.

Die Preise für lebende Schweine lagen 35,9 Prozent unter denen von Juli 2025 und 12,9 Prozent unter denen von Juni 2026. Rohkakao war gegenüber dem Vorjahresmonat mit -32,6 Prozent ebenfalls deutlich preiswerter als im Vorjahr, verteuerte sich aber gegenüber Juni 2026 um 9,7 Prozent. Mehr als im Juli 2025 kostete dagegen importierter Rohkaffee (+5,1 Prozent). Im Vergleich zu Juni 2026 musste dafür 9,1 Prozent mehr bezahlt werden.

Importierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter) waren im Juli 2026 um 0,2 Prozent preiswerter als im Vorjahr (aber +0,2 Prozent gegenüber Juni 2026). Während die Preise für Gebrauchsgüter 1,5 Prozent über denen von Juli 2025 lagen (+0,4 Prozent gegenüber Juni 2026), waren Verbrauchsgüter im Vorjahresvergleich 0,5 Prozent billiger (+0,3 Prozent gegenüber Juni 2026). Für Nahrungsmittel insgesamt musste 6,8 Prozent weniger bezahlt werden als im Juli 2025 (-0,7 Prozent gegenüber Juni 2026). Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahresmonat gab es unter anderem bei Kakaobutter, Kakaofett und Kakaoöl (-46,7 Prozent), Frucht- und Gemüsesäften (-27,6 Prozent) sowie bei Schweinefleisch (-25,1 Prozent).

Bei den Exportpreisen hatte der Anstieg der Preise für Vorleistungsgüter aufgrund ihres hohen Anteils am Gesamtindex den größten Einfluss auf die Vorjahresveränderungsrate. Die Vorleistungsgüterpreise lagen im Durchschnitt 6,5 Prozent über denen von Juli 2025 und 0,2 Prozent über denen von Juni 2026. Bei Investitionsgütern lag das Preisniveau 2,4 Prozent über dem von Juli 2025 (+0,1 Prozent gegenüber Juni 2026). Zusammen decken beide Gütergruppen fast 75 Prozent der ausgeführten Waren ab.

Auch bei den Ausfuhrpreisen waren weiterhin die Auswirkungen des Iran-Kriegs zu spüren: Die Preise für Energieexporte lagen um 27,2 Prozent über denen von Juli 2025 und um 3,6 Prozent über denen von Juni 2026. Vor allem Mineralölerzeugnisse waren mit +43,2 Prozent deutlich teurer als im Juli 2025 (+10,1 Prozent gegenüber Juni 2026), darunter insbesondere Flugturbinentreibstoff aus Kerosin, der zu 61,6 Prozent höheren Preisen exportiert wurde als im Vorjahr (+14,0 Prozent gegenüber Juni 2026). Auch Erdgasexporte waren gegenüber Juli 2025 teurer (+11,5 Prozent). Gegenüber Juni 2026 fielen die Preise aber um 2,6 Prozent.

Exportierte Konsumgüter (Ge- und Verbrauchsgüter, Exportanteil zusammen rund 21 Prozent) waren 0,7 Prozent teurer als im Juli 2025. Die Preise für Gebrauchsgüter lagen um 1,8 Prozent über denen von Juli 2025 (+0,1 Prozent gegenüber Juni 2026), die Preise für Verbrauchsgüter waren gegenüber Vorjahresmonat und Vormonat jeweils um 0,4 Prozent höher.

Landwirtschaftliche Güter wurden 4,1 Prozent preiswerter exportiert als im Vorjahresmonat. Gegenüber Juni 2026 stiegen die Preise hier aber um 1,5 Prozent, so die Statistiker.

Wirtschaft / Deutschland / Industrie / Importpreise / Exportpreise / Energiepreise / Vorleistungsgüter
28.08.2026 · 08:08 Uhr
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