Ikea unter Druck: Drohende Trump-Zölle als Herausforderung für die Markstrategien
Ikea steht vor einer potenziellen Herausforderung seiner Preispolitik durch die angekündigten Handelszölle von Donald Trump. Die Ingka Group, Hauptfranchise-Nehmer von Ikea und Betreiber der meisten Filialen weltweit, äußerte, dass neue Handelshürden das Ziel erschweren könnten, Möbel und Haushaltswaren zu erschwinglichen Preisen anzubieten.
Juvencio Maeztu, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Ingka Group, erklärte gegenüber der Financial Times, dass Zölle die Fähigkeit beeinträchtigen, Produkte preiswert zu halten. Langfristig, so Maeztu, unterstützen Handelsbarrieren nicht die Erschwinglichkeit. Für Ikea sei entscheidend, die Möbelmarke für viele Menschen so erschwinglich wie möglich zu machen.
Ingka betreibt 90 Prozent der Ikea-Geschäfte weltweit in Ländern wie den USA, Großbritannien, Australien, Kanada und China. Die Warnung folgt auf Ankündigungen des designierten US-Präsidenten, mit Jahresbeginn neue Zölle auf Importe aus Kanada, Mexiko und China einzuführen.
Trump plant, eine 10-prozentige Abgabe auf chinesische Waren und 25 Prozent auf Importe aus Kanada und Mexiko zu erheben, als Reaktion auf "Kriminalität und Drogen". Fachleute sehen darin eine mögliche Vorwarnung für die EU und Großbritannien, dass bald auch Europa in den Fokus neuer Abgaben geraten könnte.
Schon auf dem Wahlkampfstreifen äußerte Trump, er wolle pauschale 10 Prozent auf alle Einfuhren in die USA einführen. Diese Ankündigungen haben Bedenken ausgelöst, dass es zu Vergeltungsmaßnahmen im internationalen Handel kommen könnte. In den USA haben Einzelhandelsunternehmen begonnen, über Preiserhöhungen in Verbindung mit den Zöllen zu diskutieren.
Walmart hat bereits auf potenzielle Preisanstiege hingewiesen. Die USA sind nach Deutschland der zweitgrößte Markt für Ikea, wobei das Unternehmen signalisiert hat, dass Amerika zukünftig der größte Markt werden könnte. Im letzten Jahr kündigte Ingka Pläne für 17 neue Filialen in den USA an.
Gleichzeitig verzeichnete Ingka in seinem letzten Geschäftsjahr einen Gewinnrückgang auf 806 Millionen Euro, verglichen mit 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Trotz Preissenkungen, die mehr Kunden anziehen sollten, verkaufte das Unternehmen mehr preisgünstige Matratzen und Schränke.
Maeztu betonte gegenüber Reuters, dass sich die Verkäufe positiv entwickelten, auch bei niedrigeren Durchschnittspreisen, was mehr Kundenzugang ermögliche. In Großbritannien verfolgt Ikea die Strategie, durch City-Center-Eröffnungen Kunden zu gewinnen.
Die Renovierung des ehemaligen Topshop-Stores auf der Oxford Street verzögert sich jedoch mehrfach und wird nun für das Frühjahr erwartet.

