Home Depot trotzt Zinsdruck mit steigenden Quartalsumsätzen
Home Depot hat im traditionell stärksten Quartal seinen Umsatz um 4,9 Prozent auf 45,3 Mrd. Dollar gesteigert. Damit lag der weltgrößte Baumarktkonzern exakt im Rahmen der Analystenschätzungen. Besonders bemerkenswert: Die flächenbereinigten Verkäufe kletterten um 1 Prozent – das stärkste Wachstum seit Ende 2022, als der pandemiegetriebene Renovierungsboom auslief.
Trotz der robusten Entwicklung bleibt das Geschäft von Gegenwind geprägt. Die Zahl der Transaktionen sank auf 446,8 Mio. und damit auf das niedrigste Niveau eines zweiten Quartals seit 2017. Der durchschnittliche Warenkorb legte jedoch um 1,2 Prozent auf 90,01 Dollar zu, getragen von höherpreisigen Artikeln wie Baumaterialien, Geräten und Grills. Der Nettogewinn stagnierte bei 4,6 Mrd. Dollar.
Zinserhöhungen belasten die Branche weiterhin. Hypothekenzinsen von 6,6 Prozent schrecken Käufer ab, wodurch weniger Immobilien den Besitzer wechseln – ein traditioneller Auslöser für Renovierungsprojekte. CFO Richard McPhail verwies dennoch auf eine „sehr gesunde Kundschaft“, die von stabiler Beschäftigung, Einkommenszuwächsen und gestiegenen Hauspreisen seit 2019 profitiere.
Auffällig ist der Trend zu kleineren Modernisierungsarbeiten. „Größere Projekte bleiben aufgrund höherer Zinsen und ökonomischer Unsicherheit aufgeschoben“, hieß es. Zugleich führte die geringere Nachfrage nach wetterabhängigen Gartenprodukten sowie der Hurrikan Beryl zu einem Rückgang bestimmter Transaktionen.
Im strategischen Fokus stehen professionelle Kunden. Die Übernahme des Baustoffhändlers SRS Distribution 2024 sowie der angekündigte Kauf von GMS für 5,5 Mrd. Dollar sollen die Versorgung von Bauunternehmen ausweiten.

