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Hollywood-Beben: Paramount demütigt Netflix im 111-Milliarden-Krimi um Warner

28. Februar 2026, 07:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Hollywood-Beben: Paramount demütigt Netflix im 111-Milliarden-Krimi um Warner
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Der Trump-Deal? David Ellison sichert sich Warner Bros. und CNN. Alles über die Milliarden-Garantien von Larry Ellison und das Ende des Bieterkriegs.
Paramount Skydance sticht Netflix aus und sichert sich Warner Bros. Discovery für die Rekordsumme von 111 Milliarden Dollar. Während Paramount-Chef David Ellison mit politischer Schützenhilfe aus Washington triumphiert, feiert die Wall Street den Netflix-Rückzug als Sieg der Vernunft.

Es ist der ultimative Triumph des "Old Hollywood" über den digitalen Angreifer aus dem Silicon Valley. Was über Monate wie ein sicherer Sieg für Netflix aussah, endete am Donnerstag in einer spektakulären Kapitulation. Paramount Skydance, angeführt von David Ellison und gestützt durch das Milliardenvermögen seines Vaters, Oracle-Gründer Larry Ellison, hat das Blatt in letzter Sekunde gewendet. Mit einem astronomischen Gebot von 111 Milliarden Dollar und weitreichenden Garantien drängte Ellison den Streaming-Giganten Netflix aus dem Ring. In Los Gatos gab man sich geschlagen: Die Co-Chefs Ted Sarandos und Greg Peters erklärten den Deal für „finanziell nicht mehr attraktiv“. Es war der Moment, in dem die Verhandlungsdisziplin über den Expansionsdrang siegte.

Der Bieterwettstreit war weit mehr als ein wirtschaftliches Kalkül; es war ein Kampf um die kulturelle und mediale Vorherrschaft in den USA. Während Netflix lediglich die Rosinen aus dem Warner-Kuchen picken wollte, schluckt Paramount den gesamten Konzern – inklusive der Sorgenkinder CNN, TNT und HBO. Dass Paramount dabei bereit ist, im Falle eines kartellrechtlichen Scheiterns eine Rekordstrafe von sieben Milliarden Dollar zu zahlen, zeigt die schiere Aggressivität, mit der David Ellison dieses Imperium formen will. Für Netflix endet das Abenteuer zwar ohne Studio, aber mit einem prall gefüllten Konto: Dank einer Vertragsauflösungsgebühr fließen 2,8 Milliarden Dollar direkt vom Konkurrenten in die Kassen der Streamer.

Der Trump-Faktor: Fällt das Bollwerk CNN?

Hinter den Kulissen des Mega-Deals zog kein Geringerer als US-Präsident Donald Trump die Fäden. Der Präsident hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass er einen Besitzerwechsel beim ihm verhassten Sender CNN herbeisehnt. Beobachter registrierten bereits seit der Übernahme von CBS durch Skydance im letzten Sommer eine deutlich freundlichere Berichterstattung über das Weiße Haus. Kritiker befürchten nun den Todesstoß für die redaktionelle Unabhängigkeit von CNN. Wenn der traditionsreiche Nachrichtensender in das Reich der Ellisons eingegliedert wird, könnte die Ära der kritischen Distanz endgültig enden. David Ellison sicherte sich Trumps Unterstützung frühzeitig – ein taktischer Schachzug, der Netflix auf politischem Parkett schachmatt setzte.

Die finanzielle Konstruktion des Deals ist ein Kraftakt sondergleichen. Larry Ellison garantierte persönlich über 40 Milliarden Dollar an Eigenkapital, um die Übernahme abzusichern. Es ist ein Vertrauensbeweis in die Vision seines Sohnes, der Paramount zu einem Medienmonolithen ausbauen will, der es mit Disney aufnehmen kann. Paramount versprach den Regulierungsbehörden zudem geringere Wettbewerbsrisiken als Netflix, da eine Fusion des größten Streamers mit dem größten Filmstudio eine „erdrückende Marktmacht“ geschaffen hätte. Dieses Argument verfing offenbar auch beim Warner-Verwaltungsrat, der trotz anfänglicher Netflix-Präferenz schließlich einknickte.

Börsen-Party bei Netflix: Wenn Verlieren zum Gewinn wird

Das wohl erstaunlichste Phänomen dieses Tages spielte sich an der Wall Street ab. Während man normalerweise fallende Kurse beim Verlierer einer Übernahmeschlacht erwartet, sprang die Netflix-Aktie nachbörslich um 13 Prozent in die Höhe. Die Investoren atmen auf, dass der Konzern nicht die gewaltige Schuldenlast für Warner schultern muss. Ted Sarandos’ Statement, Warner sei lediglich ein „Nice to have“ gewesen, traf den Nerv der Anleger. Netflix bleibt die schlanke, hochprofitable Cash-Maschine, während Paramount nun beweisen muss, dass es die maroden Kabelnetzwerke und linearen TV-Sender von Warner im digitalen Zeitalter sanieren kann.

Die Aktie von Warner Bros. Discovery hingegen rutschte ins Minus – ein Zeichen dafür, dass die Anleger dem Paramount-Sieg mit Skepsis begegnen. Die Integration zweier derartiger Giganten gilt als hochkomplex und riskant. Zudem steht die Zustimmung der Kartellbehörden noch aus. Sollten die Wächter in Washington den Deal doch noch blockieren, müsste Paramount nicht nur die Milliardenstrafe an Warner zahlen, sondern auch die 2,8 Milliarden Dollar an Netflix abschreiben. Es ist eine All-In-Wette der Ellisons auf die Zukunft des Entertainments.

Die Pointe dieses Hollywood-Dramas: Netflix hat zwar das Studio verloren, aber 2,8 Milliarden Dollar Schmerzensgeld gewonnen und das Vertrauen der Aktionäre gestärkt. Paramount hingegen hat das Studio, aber nun auch die Verantwortung für ein hochverschuldetes Medien-Erbe und das politisch brisante Erbe von CNN. David Ellison hat seinen Thron in Hollywood bestiegen, doch der Preis dafür ist so hoch wie nie zuvor.

Finanzen / Unternehmen / Medienübernahme / Streaming-Dienste / Hollywood / Warner Bros. Discovery
[InvestmentWeek] · 28.02.2026 · 07:00 Uhr
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