Hoffnungsvolle Taktgeber: Zinssenkungen und Konjunkturdaten beflügeln die Märkte
Die Börsianer reiben sich nun freudig die Hände: Die jüngste Zinssenkung durch die US-Notenbank Federal Reserve hat sich wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk entpuppt. Investoren hoffen nun, dass die laufende Aktienmarkt-Rallye noch weiter an Fahrt aufnehmen kann, gerade in der vorletzten Handelswoche des Jahres. Nichtsdestotrotz stehen besorgniserregende Themen im Raum, wie die Rentabilität der umfangreichen Investitionen in die Künstliche Intelligenz, die den frischen Wind abebben lassen könnten.
Experten wie Jürgen Molnar vom Broker Robomarkets sind dennoch optimistisch und sehen den deutschen Leitindex Dax auf bestem Kurs. Gerade im Dezember, der traditionell als starker Börsenmonat gilt, hat der Dax bereits eineinhalb Prozent zugelegt. Die Aufwärtsbewegung von einem November-Tiefpunkt aus zeigt ein Plus von sechs Prozent. Das Ziel einer neuen Bestmarke von 24.771 Punkten liegt im Bereich des Möglichen, gegeben die überwindbare Hürde bei 24.500 Punkten. Die magische Grenze von 25.000 Punkten scheint in greifbarer Nähe.
Laut der Commerzbank wurde die jüngste Marktentwicklung maßgeblich durch die Fed beeinflusst, die neben der Zinssenkung den Ankauf kurzlaufender Anleihen beschlossen und eine positive Prognose für das US-Wirtschaftswachstum vorgelegt hat. Analyst Andreas Hürkamp erwartet, dass anstehende Konjunkturdaten sein optimistisches Bild untermauern werden. Besonders der US-Arbeitsmarktbericht am Dienstag wird mit Spannung erwartet, da er aufgestaute Daten nach einem Regierungsstillstand freigibt.
Die Fed befindet sich in einem Dilemma, abwägend zwischen starken Einflüssen vom Jobmarkt und Inflationssorgen. Ulrich Kater von der Deka-Bank spricht von einem notwendigen Kompromiss der Fed in Anbetracht der Wirtschaftslage. Die anstehenden Entscheidungen der Europäischen Zentralbank und der Bank of England ergänzen die geldpolitische Landschaft, wobei von der EZB keine baldigen Zinssenkungen erwartet werden.
Neben geldpolitischen Erwartungen rückt das Thema Künstliche Intelligenz weiter in den Fokus. Ein Bericht von Bloomberg deutet auf Verzögerungen bei Oracle hin, bedingt durch Engpässe, was Sorgen um die Rentabilität im Bereich KI weiterhin am Leben hält. Der Dax schloss Freitag leicht im Minus, reflektierend die angespannte Stimmung jener Investoren, die sich fragen, wann die Tech-Unternehmen im Rahmen ihrer Investitionen in KI wirtschaftlich brillieren werden.
Indes bleibt der Schlussakkord der Börsenwoche abzuwarten, denn das Wochenausklangsereignis könnte durch große Verfallsdaten an den Terminbörsen geprägt werden, was zu unvorhergesehenen Kursbewegungen führen kann. Spannend bleibt auch, wie die Veröffentlichung der Ergebnisse von Nike und Fedex auf deutsche Unternehmen wie Adidas, Puma und DHL wirken wird. Ebenso richten sich die Blicke auf Nachzügler der Berichtssaison wie Thyssenkrupp Nucera und Douglas.

